Krähenplage in Mainz-Bretzenheim: Darum sind der Stadt die Hände gebunden

Lärm und Dreck von zahlreichen Krähen machen den Platz der Jakobiner in Mainz-Bretzenheim kaum nutzbar. Anwohner beschweren sich, doch die Stadt kann aus rechtlichen Gründen kaum etwas unternehmen.

Krähenplage in Mainz-Bretzenheim: Darum sind der Stadt die Hände gebunden

Am Platz der Jakobiner in Mainz-Bretzenheim sorgen nistende Krähen für Ärger. Anwohner klagen über Lärm und Verschmutzung, die eine Nutzung der öffentlichen Flächen stark einschränken. Eine Anfrage der SPD-Ortsbeiratsfraktion hat nun eine klare Antwort der Stadtverwaltung ergeben: Kurzfristige Lösungen wird es nicht geben, da die Tiere unter Schutz stehen.

Wie die SPD-Fraktion in ihrer Anfrage schildert, ist die Situation für die Anwohner sehr belastend. Sie haben demnach 64 Krähennester gezählt. Durch den Lärm und den Kot der Vögel sei die dort angelegte Boulebahn „nahezu nicht nutzbar“. Auch der angrenzende Spiel- und Bolzplatz sei von der Verschmutzung betroffen.

Stadt schätzt Belastung als „mittel bis hoch“ ein

Der Stadtverwaltung ist die Situation bekannt, wie sie in ihrer Antwort mitteilt. Seit 2015 werden die Nester der Saatkrähen von Experten erfasst. Am Platz der Jakobiner wurden in den letzten sechs Jahren durchschnittlich 50 Nester gezählt, im Jahr 2025 waren es 61. Die Verwaltung schätzt die Belastung für die Anwohner als „mittel bis hoch“ ein, verweist aber darauf, dass die Situation im Stadtteil Lerchenberg noch gravierender sei.

Trotz der bekannten Probleme sieht die Stadt keine Möglichkeit, die Bretzenheimer Krähen aktiv zu vertreiben. Eine solche Maßnahme sei rechtlich nur in sogenannten sensiblen Gebieten wie an Spielplätzen, Altenheimen, Schulen oder Kitas denkbar. Der Platz der Jakobiner sei jedoch eine öffentliche Grünfläche.

Saatkrähen sind eine geschützte Art

Der entscheidende Punkt sei der Schutzstatus der Tiere. Saatkrähen sind sowohl nach europäischem als auch nach nationalem Recht eine geschützte Art. In öffentlichen Grünanlagen müssen sie daher geduldet werden, erklärt die zuständige Beigeordnete Janina Steinkrüger in der Stellungnahme. Eine Lösung wie in Mainz-Lerchenberg, wo es Maßnahmen zur Vergrämung gab, sei am Platz der Jakobiner deshalb „aktuell nicht denkbar“.

Als mögliche mittel- bis langfristige Möglichkeiten nennt die Verwaltung lediglich vage Optionen aus einem Handlungsleitfaden des Landes. Dazu zählt etwa die Pflanzung von großen Bäumen in der Feldflur, um den Krähen alternative Nistplätze anzubieten. Ein Erfolg solcher Maßnahmen sei jedoch nicht gewährleistet.