Mainzer Apotheken bieten Corona-Schnelltests an

Seit Kurzem kann man sich auch in Mainzer Apotheken auf das Coronavirus testen lassen. Wie das funktioniert, erzählen Sarah Beitz von der Apotheke in der MED und Simone de Sequeira von der Römer Apotheke in Gonsenheim.

Mainzer Apotheken bieten Corona-Schnelltests an

Mal schnell einen Corona-Test bei der Apotheke nebenan machen, bevor man Oma und Opa besucht? Bis vor Kurzem war das noch undenkbar, doch seit Ende Dezember dürfen auch Apotheken Corona-Schnelltests für Menschen ohne Symptome anbieten. Klar ist dabei: Schnelltests, die nur 15 Minuten für das Ergebnis brauchen, sind deutlich unzuverlässiger als die sogenannten PCR-Tests, die auch im Testzentrum der Unimedizin angeboten werden. Sie können aber vor allem Menschen helfen, die Angehörige in Alten- oder Pflegeheimen besuchen möchten oder kurzfristig verreisen müssen.

Sowohl die Römer Apotheke in Gonsenheim als auch die Apotheke in der MED am Mainzer Hauptbahnhof haben sich dazu entschlossen, die Tests anzubieten. In der Römer Apotheke kann man außerdem Antikörper- und Spucktests machen lassen. Letztere sollen vor allem für Kinder geeignet sein, da sie ohne Stäbchen in Mund und Nase auskommen.

„Auch wir haben dafür ausgebildetes Personal, warum sollten also nur Ärzte testen dürfen?“ - Simone de Sequeira, Römer Apotheke

„Wir wollen, dass mehr Menschen getestet werden können, um die Pandemie in den Griff zu bekommen“, erklärt Sarah Beitz, die für das Marketing der Apotheke in der MED zuständig ist, den Gedanken hinter dem Angebot. „Unsere Kunden kennen uns, es ist fast schon familiär und das nimmt vielen vielleicht die Angst vor dem Test.“ Simone de Sequeira, Inhaberin der Römer Apotheke hat ebenfalls den großen Bedarf erkannt: „Auch wir haben dafür ausgebildetes Personal, warum sollten also nur Ärzte testen dürfen? Gerade die brauchen wir in den Impfzentren und bei den Patienten in den Krankenhäusern.“

Anrufen, vorbeikommen, testen lassen

Wer einen Test machen lassen will, muss sich in beiden Apotheken telefonisch anmelden und wird dann entweder noch am Telefon oder vor Ort über alles Wichtige aufgeklärt. Die Termine können meist sehr kurzfristig verteilt werden, sodass sie je nach Auslastung noch am selben Tag stattfinden können. In der Apotheke in der MED wartet der Getestete nach seinem Abstrich 15 Minuten vor Ort und kann dann mit seinem Ergebnis nach Hause gehen. Die Römer Apotheke versendet das Ergebnis per SMS, sodass man direkt nach dem Test wieder gehen kann. „Positive Ergebnisse zeichnen sich sehr schnell ab, sodass wir das ohnehin unmittelbar nach dem Test schon ablesen können“, sagt Inhaberin de Sequeira dazu. Bei ihr kosten die Tests 39,95 Euro, bei der Apotheke in der MED 35 Euro.

Hoher Aufwand schreckt andere Apotheken ab

Für den Preis sind die Apotheken selbst verantwortlich - aber auch für den großen Aufwand, der darüber hinaus entsteht. Vor allem das Organisatorische ist ein Faktor, der viele davon abhält, die Tests anzubieten, wie der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände schon im Dezember vorhersagte.

„Ich kann es sehr gut verstehen, wenn sich Apotheken dagegen entscheiden.“ - Simone de Sequeira

„Ich kann es sehr gut verstehen, wenn Apotheken sich dagegen entscheiden“, sagt Simone de Sequeira dazu. So brauche man nicht nur ausgebildetes Personal, das man im Tagesgeschäft der Apotheke entbehren kann, sondern auch einen abgetrennten, sterilen Raum sowie Schutzkleidung. Außerdem gebe es viele bürokratische Hürden - wer sich testen lassen will, muss beispielsweise vor Ort einige Dokumente unterzeichnen. De Sequeira will zumindest das in Zukunft verbessern, indem sie ihren Kunden die Dokumente vorab online vorlegt. Auch die Termine soll man zukünftig digital ausmachen können.

„Die meisten Leute kommen tatsächlich, weil sie Oma und Opa besuchen möchten.“ - Sarah Beitz, Apotheke in der MED

Bei all den Herausforderungen sind beide Apotheken aber dennoch sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung und dem bisherigen Verlauf. Das Angebot werde gut angenommen. „Die meisten Leute kommen tatsächlich, weil sie Oma und Opa besuchen möchten. Das ist ein sehr schönes Pflichtbewusstsein, das wir toll finden und unterstützen möchten“, sagt Beitz von der Apotheke in der MED. „Wir weisen aber trotzdem immer darauf hin, dass der Test eine Infektion nie zu hundert Prozent ausschließen kann. Er ist eben eine Momentaufnahmen.“

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