Das müsst Ihr zur aktuellen Corona-Situation wissen

Kommt auf Mainz und den Landkreis eine zweite Coronawelle zu? Die aktuellen Fallzahlen stiegen zuletzt jedenfalls leicht an. Wir beantworten Euch die zurzeit am häufigsten gestellten Fragen zum Thema.

Das müsst Ihr zur aktuellen Corona-Situation wissen

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen in Deutschland wieder zu. Auch in Mainz gab es in den vergangenen Tagen etliche neue Covid-19-Fälle (wir berichteten). Doch wie bewertet das Gesundheitsamt die aktuelle Lage in der Stadt und im Landkreis Mainz-Bingen, wo kommen die Neuerkrankungen her und wo beziehungsweise wann kann man sich auf das Virus testen lassen? Wir haben mit der Kreisverwaltung Mainz-Bingen gesprochen und beantworten Euch die aktuell meist gestellten Fragen zum Thema.

Wie ist die Situation in der Region, gibt es schon eine zweite Welle?

Tatsächlich sieht das Gesundheitsamt seit ungefähr zwei Wochen einen leichten, aber unübersehbaren Anstieg der Fallzahlen. Dies entspricht auch dem Bundestrend. Die Gründe hierzu sind vielfältig: Zum einen wird tatsächlich mehr getestet, dies ist einerseits der aktuellen Teststrategie geschuldet, welche jetzt in sehr vielen Fällen auch die Testung von Personen ohne Symptome zulässt, zum Beispiel bei Reiserückkehrern.

Andererseits wird davon ausgegangen, dass die Inzidenz, das heißt die Zahl der Neuerkrankungen, tatsächlich steigt. Ob dies bereits als zweite Welle oder als Nachschwankung zur ersten zu sehen ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Allerdings wird befürchtet, dass mit den Reiserückkehrern, dem Schulbetrieb und dem weitgehenden Regelbetrieb in den Kitas die Neuerkrankungen noch weiter deutlich steigen werden.

Wo kommen die Neuerkrankungen her?

Es sind relativ viele Reiserückkehrer unter den Neuerkrankten. Schon beim Testbetrieb der neuen Teststation in Weisenau habe man am vergangenen Freitag eine 6-köpfige Familie entdeckt, die gerade aus einem Balkanland zurückgekommen ist und komplett positiv auf Covid-19 getestet wurde, so das Gesundheitsamt. Im Fokus stünden auch Familien mit vielfältigen Kontakten untereinander. So hätten sich auch Personen am vorangegangenen Wochenende beim Begehen des Opferfestes angesteckt. Als letzte Gruppe gebe es noch diejenigen, bei denen trotz intensiver Recherche die Ansteckungsquelle nicht zu ermitteln ist, so die Kreisverwaltung Mainz-Bingen.

Wo und wann kann ich mich in der Stadt Mainz und im Landkreis testen lassen?

Ein Test ist zum einen im neu eingerichteten Zentrum am Haus der Kulturen der Malteser in Weisenau (Wormser Straße) möglich - allerdings nur für Reiserückkehrer, insbesondere Urlauber aus Risikogebieten. Die Teststation in Mainz ist vormittags von 11 Uhr bis 13:30 Uhr und an Samstagen von 9 Uhr bis 11 Uhr in Betrieb.

Zum anderen steht nach wie vor das Abstrichzentrum von Bioscentia in Ingelheim zur Verfügung. Erster Ansprechpartner bei einer behandlungsbedürftigen grippalen Symptomatik ist der Hausarzt. Außerhalb der regulären Sprechstunden ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig: 116117 (ohne Vorwahl).

Was muss ich beachten, wenn ich mich testen lassen will?

Für das Aufsuchen einer Teststation ist zwingend eine vorherige telefonische Anmeldung erforderlich. Die Telefonnummern könnt Ihr hier einsehen.

Wann muss ich mich testen lassen?

Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt seit dem 8. August eine Corona-Testpflicht: Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss ein aktuelles negatives Testergebnis mitbringen oder sich nach der Rückkehr testen lassen. Die Tests sind für die Reisenden kostenlos. Zudem rät das Gesundheitsamt all denjenigen zum Test, die in Kontakt mit einem oder einer Infizierten stehen oder gestanden haben.

Wie sieht die Versorgungslage in der Region aus?

Die Krankenhäuser sind laut Kreisverwaltung sehr gut aufgestellt. Schutzausrüstungen, Isoliermöglichkeiten und Intensivbetten sind ausreichend vorhanden. Für die Gesundheitsämter gibt es jetzt aber wieder erheblich mehr zu tun, da jede Fallermittlung und die Ermittlung der engen Kontaktpersonen jetzt sehr viel aufwändiger ist als zu den Zeiten des Lockdowns, als die Menschen nur wenige Kontakte hatten und sich die Ausbreitung auf die Wohngemeinschaft oder enge Kontakte am Arbeitsplatz beschränkte. Jetzt sind im Alltagsleben, in der Freizeit, aber auch im Beruf die Kontaktmöglichkeiten deutlich gestiegen. Dies bindet die personellen Ressourcen des Gesundheitsamtes. (ms)

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