Großer Erfolg für das Mainzer Entwicklerstudio Ubisoft Mainz: Das neue Aufbaustrategiespiel „Anno 117: Pax Romana“ hat seit seiner weltweiten Veröffentlichung am vergangenen Dienstag (11. November) einen außergewöhnlichen Start hingelegt. Wie Ubisoft Mainz mitteilt, bricht der Titel, der in der Zeit des Römischen Reiches spielt, bereits nach wenigen Tagen mehrere Rekorde.
Das Spiel ist der am schnellsten verkaufte Titel in der 27-jährigen Geschichte der Anno-Reihe. Weltweit schaffte es „Anno 117“ auf Platz zwei der Steam-Bestsellerliste und gehört auch in Deutschland zu den Top drei der meistverkauften Computerspiele auf der branchenführenden Plattform Steam.
Bereits vor Verkaufsstart wurde der neueste Anno-Teil von Kritikern gelobt und erreichte auf Bewertungsportalen wie Metacritic einen Durchschnittswert von 85 von 100 Punkten (wir berichteten). Das Magazin IGN vergab 9 von 10 Punkten und nannte es „einen wunderschönen antiken Städtebauer, der eine Standing Ovation verdient.“
Rekordstart und historische Spielerzahl
Die Spielerzahlen erreichten kurz nach Start historische Höchstwerte. Allein auf der PC-Plattform Steam spielten am zweiten Tag nach der Veröffentlichung rund 42.800 Menschen gleichzeitig. Die höchste Zahl gleichzeitig spielender Steam-User lag bei über 50.000. Damit übertrifft der neue Teil den bisherigen Rekord des Vorgängers „Anno 1800“ deutlich – dieser lag bei einem Allzeit-Höchstwert von 24.700 Spielern. Die tatsächliche Spielerzahl dürfte sogar noch höher liegen, da das Spiel auch über andere Plattformen und auf Konsolen verfügbar ist.
In „Anno 117: Pax Romana“ schlüpfen Spieler in die Rolle eines römischen Statthalters. Sie werden in die wohlhabendste Epoche des römischen Imperiums versetzt. Dort können sie Siedlungen und Städte aufbauen sowie andersartige Provinzen besiedeln. Wie aus der Anno-Reihe bekannt, handelt es sich bei dem Spiel um eine Mischung aus strategischem Städtebau, Wirtschaftssimulation und Militärstrategie.
Kontroverse um KI-Einsatz
Die Bewertungen der Spieler fallen bei Steam „größtenteils positiv“ aus. Rund 73 Prozent der Rezensenten empfehlen das Spiel weiter. Gelobt werden vor allem die Atmosphäre, die Grafik und das Spielgefühl. Einige Nutzer berichten in ihren Bewertungen jedoch auch von technischen Problemen wie Rucklern, Einbrüchen der Bildrate und Schwierigkeiten im Mehrspieler-Modus.
Besonders kontrovers diskutiert wurde der teilweise Einsatz von künstlicher Intelligenz für Inhalte des Spiels. Ein Ladebildschirm enthielt für KI-generierte Bilder typische Fehler und Verzerrungen wie fehlende Gliedmaßen oder entstellte Gesichter. Ubisoft bestätigt laut übereinstimmenden Berichten von Gaming-Portalen, dass das Bild mithilfe von KI erstellt wurde – pocht aber darauf, dass es sich nur um einen Platzhalter handeln würde, der niemals im Endprodukt hätte landen sollen und demnächst durch ein menschengemachtes Bild ersetzt werde.
Entwickler versprechen Verbesserungen
Fans reagieren teils hitzig und empört auf mögliche KI-Inhalte: „statt römischer Kunstwerke bekommen wir KI-Schlamperei“, schreibt ein User in seiner Rezension. Auch bei der deutschen Sprachfassung vermuten Fans KI-generierte Texte.
Das Mainzer Entwicklerteam kündigt an, auf das Feedback der Spieler zu reagieren. „Unser Team bleibt engagiert, hört kontinuierlich auf Feedback und arbeitet daran, die ehrgeizigen Inhalte des ersten Jahres zu liefern, die unsere Spielwelt bis in die Provinz Ägypten erweitern“, sagt Stéphane Jankowski, Executive Producer von Anno. Wie bereits beim Vorgänger wird „Anno 117“ für einen längeren Zeitraum mit Updates (Patches) und bezahlten Spielerweiterungen (DLCs) aus Mainz versorgt werden.