Unsichtbare Müllcontainer, die das Stadtbild verschönern und für mehr Sauberkeit sorgen – das wünscht sich die Volt-Fraktion für Mainz. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung schlug sie den Einsatz sogenannter Unterflursysteme vor.
Die Idee der Volt-Fraktion zielt darauf ab, den öffentlichen Raum aufzuwerten. Unterirdische Container, bei denen nur eine Einwurfsäule sichtbar bleibt, könnten laut Volt die Akzeptanz von Sammelstellen erhöhen sowie Geruchs- und Lärmbelästigung verringern. Bislang gibt es im Mainzer Stadtgebiet laut Verwaltung jedoch keine solchen Systeme für den Hausmüll. Lediglich am Winterhafen sind drei halb im Boden versenkte Behälter für öffentlichen Abfall im Einsatz, um das hohe Müllaufkommen an den Rheinwiesen zu bewältigen. Die Erfahrungen dort seien zwar „grundsätzlich positiv“, eine Ersparnis bei den Personalkosten ergebe sich aber nicht, da das Umfeld weiterhin täglich gereinigt werden müsse.
Hohe Kosten und technische Probleme
Einem flächendeckenden Einsatz in Mainz stehen laut Stadtverwaltung erhebliche Hindernisse im Weg. So seien die Kosten für die Installation und Wartung deutlich höher als bei herkömmlichen Containern. Allein die Anschaffung eines Spezialfahrzeugs mit Kran zur Leerung würde mit rund 690.000 Euro zu Buche schlagen. Zudem würden unterirdische Leitungen und Baumwurzeln die möglichen Standorte stark einschränken.
Auch die Logistik erweise sich als kompliziert. Für die Sammlung von Glas und Leichtverpackungen wäre eine Abstimmung mit den Dualen Systemen notwendig. Die Stadtverwaltung sieht hier jedoch „aktuell keine Chance“, dass diese einer solchen Umstellung zustimmen würden. In dicht besiedelten Vierteln müssten zudem Zugangskontrollen per Chip eingeführt werden, um die Nutzung auf berechtigte Anwohner zu beschränken.
Einzelfallprüfung statt Pauschallösung
Ein generelles Nein erteilt die Stadt den unterirdischen Containern aber nicht. Bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere oder bei größeren Umgestaltungen im öffentlichen Raum könnten sie als Lösung in Betracht kommen. Ob sie aber tatsächlich umgesetzt werden, hänge von einer genauen Prüfung im Einzelfall ab.
Dabei müssten Faktoren wie die technische Machbarkeit, die Finanzierung und die Aufteilung der Kosten zwischen Stadt, Eigentümern und Entsorgungsbetrieben geklärt werden. Eine pauschale Aussage, dass die unterirdischen Systeme den herkömmlichen Containern überlegen sind, sei nicht möglich, so das Fazit der Verwaltung.