Eine Anfrage der SPD-Fraktion im Ortsbeirat Altstadt beschäftigt sich mit einem fehlenden barrierefreien Zugang im Mainzer Unterhaus. Auf den Tisch soll das Thema in der Sitzung des Ortsbeirates Anfang September kommen.
Wie die SPD-Politiker Ilona Mende-Daum und Björn Witczak in ihrer Anfrage darlegen, gibt es im „unterhaus“ weder zum Zuschauerraum noch zum Foyer oder dem Café einen barrierefreien Zugang. Die seit Jahren diskutierte Rampe zum Zuschauersaal sei immer noch nicht umgesetzt. Zudem sei mit dem neuen Brunfels Hotel der Aufzug weggefallen, über den zuvor ein Rollstuhlplatz in der Loge erreichbar war. Bestehende Rampen seien für Fahrer von Elektrorollstühlen oft zu steil.
Stadt sieht sich nicht in der Verantwortung
Die SPD-Fraktion erinnert an die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, die auch die Stadt Mainz umsetzen will, um die gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen Leben zu sichern. Das „unterhaus“ selbst beschreibt die Situation auf seiner Plattform als „misslich“ und verweist auf den hohen finanziellen Aufwand für Verbesserungen. Betroffenen wird zwar Hilfe angeboten, was aber dem Gedanken der Selbstbestimmung entgegensteht.
Die Stadtverwaltung sieht sich jedoch nicht in der Pflicht zu handeln. In seiner Antwort stellt der zuständige Beigeordnete Ata Delbasteh (SPD) klar, dass es sich beim „unterhaus“ weder um eine städtische Liegenschaft noch um eine städtische Kultureinrichtung handle. Daher falle das Thema Barrierefreiheit nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Mainz.
Konkrete Fortschritte kann die Stadt daher nicht vermelden, verweist aber darauf, dass das „unterhaus“ selbst Ende Juni einen Kostenvoranschlag für eine Rampe in Auftrag gegeben habe. Eine Ersatzlösung für den weggefallenen Aufzug sei der Stadt nicht bekannt.