Mainzer Innenstadt: Mehr Gastronomie, weniger Läden

Die Mainzer Innenstadt wandelt sich: Es gibt mehr Restaurants und Dienstleister, aber weniger Läden. Die Leerstandsquote bleibt dabei überraschend niedrig. Das zeigt eine neue Analyse der Stadt.

Mainzer Innenstadt: Mehr Gastronomie, weniger Läden

Die Stadt Mainz hat am Donnerstag die Ergebnisse des Innenstadtmonitorings für das Jahr 2025 vorgestellt. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Die Untersuchung zeigt: Es gibt zwar weniger Einzelhandelsgeschäfte, dafür aber mehr Gastronomiebetriebe.

Für die Untersuchung zählte die Stadt im Sommer 2025 alle gewerblich genutzten Erdgeschossflächen in der Innenstadt. Das Ergebnis: Die Gesamtzahl der Nutzungen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht von 824 auf 828 gestiegen. Dieser Zuwachs ist vor allem auf mehr Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe zurückzuführen.

Während die Zahl der Restaurants, Cafés und Kneipen von 156 auf 164 kletterte, ging die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte demnach von 429 auf 424 zurück. Laut der Stadtverwaltung ist die Anzahl der Läden in den vergangenen Jahren aber weitgehend konstant geblieben und schwankte seit 2020 nur geringfügig. Immer wieder gebe es Neueröffnungen, die Schließungen ausgleichen.

Leerstand niedriger als in anderen Städten

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung habe sich die Zahl der leerstehenden Ladenlokale kaum verändert. Die Leerstandsquote, also der Anteil leerer Geschäfte an der Gesamtzahl, liegt bei 6,5 Prozent und damit auf einem konstanten Niveau. „Das ist ein guter Wert. In vielen anderen Städten liegt die Leerstandsquote deutlich höher, vielfach bei über 10 Prozent“, so die Wirtschaftsdezernentin. Um Leerstand aktiv zu bekämpfen, sei die Stadt im Austausch mit Maklern sowie Eigentümern und nutze eine spezielle digitale Plattform.

Das Monitoring zeigt auch, dass in den Top-Lagen wie der Schusterstraße oder Am Brand vor allem große Ketten zu finden sind. Ihr Anteil liegt hier bei fast 85 Prozent. In der Altstadt und in den Nebenstraßen prägen dagegen vor allem inhabergeführte Geschäfte das Bild.

Für Manuela Matz ist diese Mischung entscheidend. „Filialen sind für die Anziehungskraft von Kunden und für die Attraktivität des Einkaufsstandortes wichtig“, erklärt sie. „Es gilt jedoch, auch in Zukunft die Waage zwischen Filialen und inhabergeführten Geschäften zu halten. Schließlich machen gerade auch diese oftmals kleinen Läden den Reiz der Mainzer Innenstadt, insbesondere auch der Altstadt, aus.“