Gutachten: Mainzer Einzelhandel gut aufgestellt

Defizite in der Sparte „Sport“

Gutachten: Mainzer Einzelhandel gut aufgestellt

Der Einzelhandel in Mainz ist gut aufgestellt. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mit dem Titel „Struktur- und Potenzialanalyse über die Weiterentwicklung des Einzelhandels in Mainz“, das im Auftrag der Stadt erstellt wurde.

„Einzelhandel in Mainz attraktiv und innovativ“

Insgesamt gab es Ende 2019 in Mainz 1190 Einzelhandelsbetriebe mit rund 390.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. 80 Prozent der Läden sind kleiner als 200 Quadratmeter. „Uns ging es bei der Studie darum, einen fundierten und umfassenden Überblick über den Einzelhandelsstandort Mainz zu erhalten. Die Resultate sind im Großen und Ganzen positiv. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass der Einzelhandel in unserer Stadt mit seinen vielfältigen Angeboten attraktiv und innovativ ist. Das hat mich sehr gefreut“, so Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz.

Dennoch gebe es Sortimente, die unterrepräsentiert seien. Daran gelte es jetzt zu arbeiten, damit Mainz als Einzelhandelsstandort auch zukünftig attraktiv bleibe. Einstellen müsse man sich aber auf eine weitere Zunahme des Online-Handels. So sei davon auszugehen, dass der Gesamtumsatzanteil von heute etwa zehn Prozent auf zwölf bis 15 Prozent bis 2025 zunehmen werde. In den vom Online-Handel besonders betroffenen Branchen Freizeit & Hobby, Elektro & Elektronikartikel sowie Mode & Accessoires wird sich der Anteil bis 2025 sogar von derzeit 22 bis 25 Prozent auf dann 30 bis 35 Prozent erhöhen. „Wir müssen uns gemeinsam mit dem Einzelhandel überlegen, wie wir mit dieser Entwicklung umgehen, und was wir konkret machen wollen, um die Menschen weiter in die Innenstadt und in die Stadtteile zu holen“, so Matz.

Sparte „Sport“ unterrepräsentiert

Für die Wirtschaftsdezernentin sei die Studie der GMA und deren Ergebnisse deshalb so wichtig, um in den nächsten Monaten und Jahren gezielt vorgehen zu können. „Wir wissen jetzt sehr genau, welche Sortimente fehlen oder unterdurchschnittlich vertreten sind. Mit diesem Wissen können wir jetzt die Probleme in den Bereichen angehen und proaktiv auf Unternehmen aus diesen Sparten zugehen“, erklärt die Wirtschaftsdezernentin. Wenig überraschend bestehe ein besonderer Handlungsbedarf im Bereich Sport. Die Studie habe gezeigt, dass dieses Sortiment in Mainz extrem unterdurchschnittlich vertreten sei. „Wir werden deshalb die Defizite beim Sport als erstes angehen und haben bereits Kontakt zu Unternehmen aus dieser Sparte aufgenommen“, so Matz. Allerdings könne man aufgrund der Corona-Krise und den Folgen für die Einzelhandelsunternehmen jetzt nicht mit schnellen Ergebnissen bezüglich einer Ansiedlung rechnen.

Ganz bewusst wirft die Studie den Blick auf die gesamte Stadt und widmet sich neben der Innenstadt auch den einzelnen Stadtteilen. Dabei hat sich für die Nahversorgung ein differenziertes Bild ergeben: „Es hat sich sehr klar gezeigt, dass die Nahversorgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs in einigen Stadtteilen ausbau- und verbesserungswürdig sind. Allerdings ist die Flächensituation vielfach sehr schwierig. Nichtsdestotrotz können wir durch die detaillierten Ergebnisse der Studie gezielt Probleme in den einzelnen Stadtteilen angehen und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort nach Lösungen suchen“, erklärt Matz.

Der Einzelhandel habe eine überaus wichtige Bedeutung für die Stadt Mainz. „Wir werden, gerade auch dank der Ergebnisse der GMA-Studie, in den nächsten Monaten und Jahren alles dafür tun, um den Einzelhandelsstandort Mainz positiv weiterzuentwickeln und attraktiv zu gestalten“, so Matz.

Die gesamte Struktur- und Potenzialanalyse gibt es hier. (mo)

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