„Torso“ ersetzt Reiterstatue in Oberstadt

Neues Kunstwerk kostete einst 36.000 D-Mark

„Torso“ ersetzt Reiterstatue in Oberstadt

Am ehemaligen Standort des „Reiterstandbilds“ in der Oberstadt (An der Goldgrube) ist nun ein neues Kunstwerk zu sehen: die Plastik „Torso“ des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers Johannes Metten.

Das „Reiterstandbild“, das im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) ist, wurde im Herbst 2020 auf das Gelände der Kurmainz-Kaserne verlagert, um somit dem Wunsch des verstorbenen Künstlers Heinz Hemrich zu entsprechen. Die Kulturverwaltung hatte daraufhin umgehend einen Prozess auf den Weg gebracht, um ein alternatives Kunstwerk am gleichen Ort aufzustellen. Die Wahl fiel recht schnell auf den „Torso“.

Der „Torso“ war im Sommer 1986 im Landesmuseum Mainz zu sehen und wurde im gleichen Jahr für 36.000 DM für die Sammlung des Museums erworben. Der „Torso“ ist Teil einer Gruppe von Kunstwerken aus dem Bestand des Landesmuseums, die das Land Rheinland-Pfalz bereits vor einigen Jahren für eventuelle zukünftige Aufstellungen im öffentlichen Raum angeboten hatte und wurde nun vom Landesmuseum zur Verfügung gestellt.

Die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) freut sich über diese Entscheidung. „Wir sind sehr glücklich, dass wir so schnell und passend diesen Standort und ein neues Kunstwerk zusammenbringen konnten. Denn der Ort eignet sich so hervorragend zur Präsentation von Kunst.“

Auch Oberstadt-Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne) ist mit der Aufstellung des „Torso“ zufrieden. „Ich freue mich sehr, dass die Lücke, die die Reiterstatue hinterlassen hat, würdig gefüllt wird. Der ‚Torso‘ fügt sich an dieser markanten Stelle in der Oberstadt hervorragend ein.“ Ein weiteres positives Feedback zum „Torso“ erreichte die Kulturverwaltung auch aus einer ganz anderen Richtung: Impfstoff-Hersteller Biontech, dessen Hauptsitz sich in unmittelbarer Nähe befindet, freue sich ebenfalls über das neue Kunstwerk.

Nachdem der „Torso“ nun an seinem neuen Standort angekommen und befestigt wurde, wird das Pflaster unter dem Kunstwerk noch bündig ausgeglichen, um dem umgebenden Platz seinen ursprünglichen Charakter zurückzugeben.

Hintergrund

Der „Torso“ (1986) entstammt einer künstlerischen Auseinandersetzung, die sich seit Beginn der 1970er Jahre prägnant durch das bildhauerische Werk von Johannes Metten gezogen hat. Von dieser Zeit an entstanden die „Mutanten“ und „Mutationen“ in Anlehnung an die Verwendung des Begriffs durch den US-amerikanischen Literaturkritiker Leslie Fiedler, der die amerikanische Jugend als „New Mutants“ bezeichnete - gemeint waren Menschen, die nicht mehr nur auf Tradition bauen, sondern sich vielmehr an neuen technischen Möglichkeiten orientieren und mit einem neuen Bewusstsein in die Zukunft gehen. Die Verwendung des Begriffs sollte jedoch nur in die Richtung einer möglichen Interpretation weisen, so Johannes Metten, nicht diese konkret vorgeben.

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