„Rote Welle“ in Mainz: Was die Stadt dagegen tun will

Hangelt man sich in Mainz als Autofahrer von roter Ampel zu roter Ampel? Diesen Eindruck haben zumindest einige Merkurist-Leser. Die Stadt hat einen Plan, wie die Ampelschaltung verbessert werden soll.

„Rote Welle“ in Mainz: Was die Stadt dagegen tun will

Wenn Merkurist-Leserin Simone mit ihrem Auto in Mainz unterwegs ist, braucht sie meistens viel Geduld. Gerade auf den Hauptverkehrsachsen hangele sie sich von „roter Ampel zu roter Ampel“, wie sie in ihrem Snip schreibt. „Egal wie schnell oder langsam man fährt, die Fahrer haben keine Chance, in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit durch die Hauptverkehrsadern in Mainz zu kommen. Ständig Stop and Go.“ Das falle ihr etwa immer wieder auf der Koblenzer Straße auf. Doch gehört die „rote Welle“ zum Verkehrskonzept der Stadt Mainz? Das zumindest vermutet Simone. „Was ist der Hintergrund? Schikane?“

Auch andere Leser haben den Eindruck, dass Absicht hinter den vielen roten Ampeln steckt. „Man will (inoffiziell) den Autofahrern den Spaß nehmen, damit diese auf Rad und Bus umsteigen“, schreibt User „Prinz Bibi“. Generell wird unter dem Snip kontrovers diskutiert. Viele Leser haben den Eindruck, dass die Ampelschaltung in Mainz nicht optimal ist. Doch wäre es überhaupt sinnvoll, dass es mehr Grünphasen für Autofahrer gibt? User O. T. kann sich vorstellen, dass dadurch mehr motorisierter Verkehr angezogen werde und „die Abgasbelastung damit insgesamt steigt“.

Was die Stadt sagt

Dass aber überhaupt Absicht hinter der gefühlten „roten Welle“ steckt, bestreitet die Stadt Mainz. „Auf fast allen Hauptverkehrsstraßen (z.B. Rheinallee, Rheinstraße, Kaiserstraße) gibt es koordinierte Schaltungen der Ampelanlagen“, schreibt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr auf Merkurist-Anfrage. Zwar sei das Ziel der Stadt, „grüne Wellen“ im Autoverkehr zu bekommen, doch das Problem sei ein anderes. „Die Abstimmung der ‘Grünbänder’ muss immer in beiden Fahrtrichtungen erfolgen, was aber nicht immer möglich ist und deshalb oft einen Kompromiss darstellt.“

So seien entsprechend den Hauptbelastungen die „grünen Wellen“ im Berufsverkehr am Morgen stadteinwärts und am Abend stadtauswärts geschaltet. „In der Gegenrichtung kann es dann zu ungünstigeren Abfolgen der Grünzeiten kommen.“ So sei beispielsweise im morgendlichen Berufsverkehr die „grüne Welle“ auf der Koblenzer Straße stadteinwärts geschaltet. Ein Fahrer, der dann gegen den Hauptstrom von der Innenstadt zum Lerchenberg fährt, habe dagegen häufigere Rotphasen. „In der Gesamtbetrachtung wird immer so abgewogen, dass eine möglichst hohe Zahl von Fahrzeugen profitiert.“

Optimierung der „grünen Welle“

Doch was wurde eigentlich aus dem Plan der Stadt, die Ampelschaltung mit Detektoren zu verbessern? Wie der Südwestrundfunk (SWR) im Dezember berichtete, sollen deren Daten in den Computer eingespeist werden, der den Verkehr in der Stadt steuert. Die „intelligente Ampelschaltung“ könnte so auf Baustellen und Unfälle reagieren. Peterhanwahr sagt: „Zur Zeit erfolgt eine Untersuchung durch ein Ingenieurbüro zur Überprüfung und Optimierung der ‘grünen Welle’ in Mainz für sechs Hauptverkehrsstraßen.“

Geplant seien sogenannte adaptive Steuerungen der Signalanlagen über den Verkehrsleitrechner, die sich auf einen ganzen Bereich konzentrieren. Im Masterplan „Green City“ seien ebenfalls „Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs in Mainz“ vorgesehen, so Peterhanwahr. Die Vorschläge sollen 2019 oder 2020 umgesetzt werden. „Dafür muss auch die Technik der Signalanlagen erneuert und mehr Detektoren für die Erfassung der Fahrzeuge installiert werden, so Peterhanwahr.

Ziel der Maßnahmen ist es, den Stop-and-Go-Verkehr in Mainz zu verringern. Denn wie Leser Phil schreibt: „Durch ständiges Abbremsen und Beschleunigen steigt die Abgasbelastung in der Stadt.“

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