Gibt es eine „rote Welle“ in Mainz?

Steht man in Mainz als Autofahrer ständig vor roten Ampeln? Und was machen die Pläne der Stadt zur intelligenten Ampelschaltung? Wir haben nachgefragt.

Gibt es eine „rote Welle“ in Mainz?

Streitthema Ampeln: Nicht wenige Autofahrer haben in Mainz den Eindruck, viel zu oft eine „rote Welle“ zu erwischen. Für Leser Christian ist das kein Zufall. In seinem Snip fragt er: „Ist es Absicht, dass man in der Innenstadt an jeder Ampel als Pkw anhalten muss?“

Konkret stehe er mit seinem Auto auf dem Weg von Pariser Tor bis Rheinallee und Mombach immer wieder vor roten Ampeln. Seine Kritik: „Das verursacht jede Menge unnötige Abgase.“ Andere Leser teilen seine Kritik:

Doch es gibt auch Widerspruch in den Kommentaren. Leser Shiraz findet, „man kommt eigentlich ganz gut durch“. Stattdessen sind ihm die Grünphasen für Fußgänger zu kurz. Es scheint also immer eine Frage der Perspektive:

Dennoch sieht die Stadt Mainz Handlungsbedarf. Wie Merkurist bereits vor einem Jahr berichtete, schreiten die Pläne für eine „intelligente Ampelschaltung“ voran. Das Ziel: weniger Stop and Go, mehr fließender Verkehr. „Wir haben einen Verkehrsrechner, der schon sehr viel kann“, sagte Axel Strobach, Leiter des Stadtplanungsamtes, damals gegenüber Merkurist. Das Problem sei aber: Ein intelligenter Zentralrechner hilft noch nicht, wenn die einzelnen Ampeln teilweise noch alte Hardware und Software haben. Deshalb müssen an den einzelnen Ampeln intelligentere Schaltkästen eingebaut eingebaut werden.

„Intelligente Ampelschaltung“ ab 2020?

Außerdem will die Stadt die Messtechnik ausbauen, indem Zählschleifen in den Boden eingesetzt werden, die dann messen können, wie viele Autos sich auf den Straßen befinden. Die „intelligente Ampelschaltung“ könnte mit diesen Daten „sekundengenau“ auf die jeweilige Verkehrsbelastung reagieren, so Strobach.

Dank des Bundesförderprogramms „Green City“ habe man Mittel in Höhe von sechs Millionen Euro zur Verfügung. „Das Ganze lässt sich nicht über Nacht machen“, so Strobach Anfang 2019. Aber in den nächsten zwei Jahren, also 2019 und 2020 wolle man „sehr, sehr viel machen“.

Die Hälfte der Zeit ist jetzt vergangen. Wie weit die Stadt mit ihren Plänen ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Eine aktuelle Anfrage von Merkurist hat die Stadt bisher noch nicht beantwortet. Wenn diese vorliegt, reichen wir sie Euch nach. (df)

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