Was es mit der schwarz-weiß-roten Flagge in Gustavsburg auf sich hat

Wer mit der S-Bahn an Ginsheim-Gustavsburg vorbeifährt, erkennt deutlich eine schwarz-weiß-rote Flagge an einem Kran. Viele verbinden die Farben mit der sogenannten Reichsflagge. Doch was steckt in diesem Fall dahinter?

Was es mit der schwarz-weiß-roten Flagge in Gustavsburg auf sich hat

Dass in Schrebergärten oder auf Balkons die schwarz-rot-goldene Flagge weht, ist spätestens seit der Fußball-WM 2006 ein gewohntes Bild. Anders sieht es mit der sogenannten Reichsflagge aus. Die Farbkombination Schwarz, Weiß und Rot sieht man nur noch selten in Deutschland. Zwar wehte die Flagge schon im 19. Jahrhundert, doch später machten sich die Nationalsozialisten die Farben zu eigen. Auch heute noch ist die Farbkombination bei Neonazis beliebt.

Merkurist-Leserin Isabel war deshalb irritiert, als sie eine solche Flagge in Gustavsburg gesehen hat – und zwar in XXL-Größe auf einem Kran. „Der Kran ist nahe an der Zugstrecke Richtung Frankfurt gelegen, am Bahnhof Ginsheim-Gustavsburg und aus der Bahn gut sichtbar. Man sieht ihn nach der Überquerung der Eisenbahnbrücke auf der rechten Seite“, erklärt sie.

Tradition statt politischer Haltung

Doch zu wem gehört die Flagge? Merkurist ging dieser Frage vor einigen Jahren schon einmal nach. Die Antwort: Der Kran gehört der HTAG Häfen und Transport AG, die ihren Sitz in Duisburg hat. Auch in Ginsheim-Gustavsburg gibt es einen festen Standort.

Wie eine Sprecherin damals gegenüber Merkurist sagte, hätten die Farben im Logo keinerlei politischen Hintergrund. „Unser Unternehmen und das Logo gibt es schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, also seit dem Kaiserreich.“ Das Logo stehe für die lange Tradition des Unternehmens. „Deshalb haben wir es auch nie geändert.“

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