Großdemos: Wird der Verkehr in Mainz lahmgelegt?

In Mainz könnte der Verkehr am Freitag kurzzeitig zum Erliegen kommen. Gleich zwei Protest-Veranstaltungen finden statt: „Fridays for Future“-Aktivisten und Bauern demonstrieren. Weiterhin gesperrt ist die Theodor-Heuss-Brücke.

Großdemos: Wird der Verkehr in Mainz lahmgelegt?

Am Freitag wird Mainz zur „Bundes-Protest-Hauptstadt“. So werden rund 10.000 Klima-Aktivsten zur bundesweit größten „Fridays for Future“ (FFF)-Demonstration erwartet sowie mindestens 1000 Bauern, die mit dem weltweit größten Traktor-Korso auf ihre Probleme aufmerksam machen wollen. Im Berufsverkehr könnte nun ein gigantisches Verkehrschaos in und um Mainz drohen, zumal auch noch die Theodor-Heuss-Brücke gesperrt ist. Autofahrer und ÖPNV-Nutzer müssen also starke Nerven haben.

Ganz Mainz betroffen

Nicht nur auf den Straßen rund um Mainz könnte es zu kilometerlangen Staus kommen. Auch in der Stadt selbst wird es zwangläufig Behinderungen geben. Denn um 12 Uhr versammeln sich die FFF-Demonstranten am Gutenbergplatz. Von der Ludwigsstraße aus soll der Demozug dann durch die Mainzer Innenstadt ziehen - über Alte Uni, Quintinsstraße, Rheinallee, Kaiserstraße und Große Langgasse. Ab 15 Uhr werden dann mindestens 1000 Landwirte protestieren. Um eine möglichst große Aufmerksamkeit zu generieren, wollen die Bauern einen Traktor-Korso-Weltrekord aufstellen. Dazu müssten rund 1300 Traktoren hintereinander in und um Mainz fahren.

Die Traktoren-Kette wird dann von Mainz über Wörrstadt nach Alzey und von dort aus Richtung Bockenheim (Pfalz) in beiden Richtungen unterwegs sein. Auch Bauern aus Hessen werden zur Parade erwartet. „Von dort haben sich ein paar Landwirte angemeldet, die dann geschlossen als Kolonne über die Theodor-Heuss-Brücke fahren dürfen“, sagt der Mitorganisator Jan Ruzycki von „Land schafft Verbindung“ (LsV).

„Größere Einschränkungen“

Die Mainzer Polizei blickt eher gelassen auf den Freitag. „Wir sind gut vorbereitet“, so ein Sprecher gegenüber Merkurist. Man versuche, den Verkehr so zu lenken, dass so wenig wie möglich Stau entsteht. Die Polizei rechnet eher mit „punktuellen“ und „temporären“ Behinderungen, wie zum Beispiel auf der Rheinallee. So könne es kurzzeitig durch die Traktoren, die von Hessen über die Theodor-Heuss-Brücke kommen, zu Einschränkungen kommen. Man rechne mit etwa 300 Traktoren. Diese dürften, weil sie weniger als 60 Stundenkilometer fahren und somit nicht die Autobahn nutzen dürfen, die Brücke passieren.

Eng werden könnte es dann allerdings rund um den Lerchenberg, sagt der Sprecher. Dort sei mit staubedingten Problemen zu rechnen. Denn dort ist der Ausgangspunkt für den Rekordversuch. Dort wollen die Bauern gegen 16 Uhr mit Verantwortlichen des ZDF sprechen. Die Landwirte fordern eine faire Berichterstattung, wenn es um Agrar-Themen geht. Stau durch den Traktoren-Rekordversuch werde es dann aber eher auf den Landstraßen geben, so der Polizeisprecher.

Bei der Mainzer Mobilität (MM) rechnet man für den Freitag indes mit Behinderungen im Bus- und Tramverkehr. Wie MM-Pressesprecher Michael Theurer gegenüber Merkurist sagt, werde es wohl größere Einschränkungen geben. Auf den Abfahtrtsmonitoren an den ÖPNV-Haltestellen weist die MM bereits seit Donnerstagmorgen auf die beiden Großveranstaltungen in Mainz hin: „Aufgrund mehrerer Demonstrationen in der Innenstadt kann es am Freitag, 17. Januar, zu Beeinträchtigungen, erheblichen Verspätungen, kurzfristigen Umleitungen und Fahrtausfällen kommen. In welchem Umfang diese Probleme dann letztlich wirklich auftreten, könne man aber nicht genau sagen, so Theurer. (df)

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