Nach über 20 Jahren: Mainzer Babyklappe muss schließen

Die Mainzer Babyklappe in der Kappelhofgasse muss schließen. Ob es einen neuen Standort geben wird, ist aktuell ungewiss.

Nach über 20 Jahren: Mainzer Babyklappe muss schließen

Die seit November 2002 bestehende Babyklappe in Mainz wird zum 30. September geschlossen. Das teilt der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Mainz (SkF) am Montag (29. September) mit. Die Einrichtung befindet sich an der Rückseite des Bruder-Konrad-Stifts in der Kappelhofgasse.

Die Marienschwestern Mainz e.V., die das Angebot seit über 20 Jahren begleitet haben, können diese Aufgabe nicht mehr fortführen. „Unser Alter und das Fehlen jüngerer Mitschwestern, die diese Aufgabe fortführen könnten, waren Gründe für diese Entscheidung, die uns sehr schwergefallen ist“, so Schwester Devota Lanius und Schwester Donata Bieger.

„Als Träger der Babyklappe bedauern wir diese kurzfristige Schließung außerordentlich“, sagt die SkF-Vorstandsvorsitzende Hildegard Eckert. Sie dankte den Marienschwestern für ihr „jahrzehntelanges, selbstloses Engagement zum Wohle von Mutter und Kind“.

Zehn Kinder seit 2002 abgegeben

Seit der Öffnung im Jahr 2002 wurden nach Angaben des SkF insgesamt zehn Kinder in die Babyklappe gelegt – vier davon auch nach der Einführung der gesetzlichen Regelung zur vertraulichen Geburt im Jahr 2014. „Dies zeigt, dass die Babyklappe eine wichtige Anlaufstelle für Frauen in höchster Not war – offenbar bietet die gesetzliche Möglichkeit der vertraulichen Geburt nicht für alle Mütter eine erreichbarer oder akzeptierte Alternative.“ Bereits 2024 erklärte SkF-Mitarbeiterin Waltraud Meuser im Merkurist-Interview, warum der Verein trotz gesellschaftlicher Debatten weiterhin an der Mainzer Babyklappe festhalten will:

Der SkF bemüht sich aktuell nach eigener Aussage darum, einen neuen Standort für eine Babyklappe zu finden. Ziel des Vereins sei es, Frauen in schwierigen Lebenslagen nicht allein zu lassen. Die anderen Hilfsangebote des SkF wie Schwangerschaftsberatung und Informationen zur vertraulichen Geburt stünden weiterhin zur Verfügung.