Marktfrühstück in Gefahr? Das sagen die Mainzer Winzer und die Stadt

Laut eines Berichts soll das erste Nach-Corona-Marktfrühstück am 9. April wackeln. Doch ist das wirklich so? Wir haben nachgefragt.

Marktfrühstück in Gefahr? Das sagen die Mainzer Winzer und die Stadt

Nach zwei Jahren Corona-Pause steigt die Vorfreude auf das Marktfrühstück am 9. April. Wie die Mainzer Winzer vor rund einer Woche gegenüber Merkurist mitteilten, habe man das Datum einvernehmlich mit der Stadt Mainz entschieden und wolle parallel dazu den Weinausschank am Rheinufer starten. Um das Gelände zu entzerren, werde es zudem einen weiteren Marktausschank am Gutenbergplatz am Theater geben (wir berichteten).

Doch ein Bericht des Nachrichtenportals „Mainz&“, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, klingt nun ganz anders. Demnach habe die Stadt Mainz den Mainzer Winzern bis heute keine endgültigen Bedingungen genannt. Auch der Standort des Weinausschanks am Rheinufer sei immer noch unklar. Gleichzeitig schraube die Stadt die Anforderungen für Veranstaltungen immer höher und ändere „ständig“ die Bedingungen. So fordere die Stadt von den Winzern, eine „Sicherheitsfirma mit einer größeren Menge von Security-Mitarbeitern zu engagieren – und zwar auf Kosten der Mainzer Winzer“, so Mainz&. Dadurch solle auch die Vermüllung gemindert werden und die Stadt müsse weniger Personal abstellen. Ist das erste Marktfrühstück jetzt in Gefahr?

Auf Merkurist-Anfrage teilt die Sprecherin der Mainzer Winzer, Christina Boller-Petry, mit: „Aktuell planen wir von Vereinsseite weiterhin den Start des Marktfrühstücks für den 9. April.“ Nur für den ersten Termin habe die Stadt den Wunsch, dass das Marktfrühstück entzerrt und an weiteren Standorten angeboten werde. Außer dem zweiten Ausschank am Gutenbergplatz soll es jetzt noch einen dritten Standort am Leichhof geben. Auch am Rheinufer soll es dann wieder einen Weinausschank geben.

Stadt: Marktfrühstück soll wie geplant am 9. April starten

Ein Sicherheitskonzept inklusive Veranstaltungsleitung existiere bereits seit einigen Jahren und „wir als Verein stellen das Security-Personal“, so Boller-Petry. „Das Personal begleitet auch die Abfuhr der Marktwagen. Hier könnte überdacht werden, ob eine Beteiligung von Seiten des Wochenmarktes möglich ist.“

Auch aus Sicht des Ordnungsamts wird das Marktfrühstück wie geplant am 9. April starten, teilt die Stadt Mainz auf Merkurist-Anfrage mit. „Das Ordnungsamt steht seit geraumer Zeit im fortlaufenden und sehr konstruktiven Austausch mit den Mainzer Winzern.“ Der Austausch sei vor allem deshalb so intensiv, weil nach zwei Jahren „Corona-Durststrecke“ ein hohes Besucheraufkommen erwartet werde. Aber: „An den bisherigen Auflagen ändert sich nichts.“

Zudem stellt auch die Stadt Mainz klar, dass es wieder einen Stand am Rheinufer geben werde. „Hier werden gerade noch die allerletzten Detailfragen abgestimmt.“ Diese sollen am Montag gemeinsam mit den Mainzer Winzern bekanntgegeben werden.

„Wir Mainzer Winzer hinterlassen keinen Müll“

Bleibt noch das Problem mit dem Müll. Die „Spontan-Marktfrühstücke“ an den vergangenen Wochenenden hatten für Müllberge und Hunderte von leeren Weinflaschen gesorgt (wir berichteten). Für die Sprecherin der Mainzer Winzer ist das „entsetzlich, aber auch nicht neu“. Die Corona-Zeit habe gezeigt, dass die Menschen gerne draußen sind und ihren Müll teilweise hinterlassen.

„Lobenswert ist zu erwähnen, dass die Stadt Mainz am Liebfrauenplatz gehandelt und bereits mehrere Mülltonnen aufgestellt hat“, so Boller-Petry. Die Menge der Abfallbehälter sollte dem jeweiligen Wetter angepasst werden. „Wir Mainzer Winzer arbeiten mit Pfandsystem bei Flaschen als auch bei Gläsern und hinterlassen keinen Müll.“

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