Verschärfte Regeln: So begründet OB Ebling die neuen Maßnahmen

In Mainz gilt ab kommenden Montag eine neue Allgemeinverfügung. Damit werden weitere Maßnahmen ergriffen, um die Infektionszahlen wieder zu senken. Am Donnerstag begründete OB Ebling nun, wieso dieser Schritt notwendig ist.

Verschärfte Regeln: So begründet OB Ebling die neuen Maßnahmen

Wegen steigender Corona-Zahlen und einer Inzidenz an der Grenze zu 200 verschärft die Stadt Mainz jetzt noch einmal die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus (wir berichteten). Demnach werden ab kommenden Montag (19. April) unter anderem der Präsenzunterricht an den Allgemeinbildenden Schulen ab den Klassenstufen 5 sowie an den Berufsbildenden Schulen ausgesetzt. Zudem wird es in allen Kindertagesstätten nur noch eine Notbetreuung geben. Warum die Stadt Mainz nun diese verschärften Maßnahmen ergreift, das begründeten Oberbürgermeister (OB) Michael Ebling (SPD) und der Leiter des Gesundheitsamts Mainz-Bingen, Dr. Dietmar Hoffmann, bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Massiver Anstieg der Infektionszahlen

Wie Hoffmann sagte, sei es ein großer Fehler gewesen, die geplante Osterruhe doch nicht durchzuziehen. Gerade nach Ostern seien die Infektionszahlen explosionsartig angestiegen. Aktuell gebe es keine Tendenz, dass es deutlich besser wird, auch im Landkreis seien die Zahlen nicht gut. Im Moment gehe in Rheinland-Pfalz die Tendenz dahin, dass sich vor allem Erzieher und Kinder in Kitas anstecken. Seit Januar habe es in 75 Schulen und in 67 Kitas in der Stadt und im Landkreis Corona-Fälle gegeben. „Das ist eine riesige Zahl, manchmal kommen dann pro Fall noch 20 Kontaktpersonen dazu.“ In Mainz beispielsweise könnten die Kliniken momentan aber noch gut mit den Corona-Fällen umgehen. Deshalb sei es aber jetzt schon notwendig, weitere Maßnahmen zu ergreifen und nicht erst dann, wenn die Inzidenz drei Tage hintereinander bei 200 liegt, ordnete Hoffmann die Situation ein.

Auch OB Ebling verteidigte die jetzt ergriffenen Maßnahmen. „Es ist kaum vier Wochen her, da lag die Inzidenz in Mainz bei 50. Der aktuell bundesweit exponentiell steigende Wert muss auch in Mainz mit aller Macht gebrochen werden – ohne die genannten Schritte wird dies nicht möglich sein.“ Es sei nun auch nicht an der Zeit zu diskutieren, ob man sich jetzt draußen nicht anstecken könne oder die Gefahr in den Innenräumen lauere. Alle diese Maßnahmen - wie auch die Ausgangssperre- hätten nur den Zweck, Kontakte zu vermeiden. Deshalb sollten auch Schulen nicht zum Ort von gehäuften Kontakten beziehungsweise zu Pandemie-Treibern werden. Diese erneute Kraftanstrengung zum Schutz aller Bürger fordere natürlich viel Geduld und strapaziere die Nerven aller. Dem sei er sich bewusst, so Ebling. „Ich appelliere dennoch an alle Mainzer: es geht primär um den Schutz jedes Einzelnen sowie den unserer Familien.“

„Aktuelle Schritte leider unumgänglich“

Dennoch würden einige andere Dinge auch hoffnungsvoll stimmen, sagte Ebling. So gebe es weit mehr Schnelltests, die Impfzahlen würden spürbar ansteigen und die Liefermengen bei den Impfdosen nähmen auf Sicht deutlich zu. „Aber der Kampf ist noch nicht gewonnen - wir müssen bei einer Inzidenz von 200 ein sehr waches Auge auf die Infektionsketten haben. Daher sind die aktuellen Schritte leider unumgänglich.“ Gesundheitsamtsleiter Hoffmann begrüßte abschließend noch, dass der Bund nun anstrebe, das Bundesinfektionsschutzgesetz zu ändern, sodass in allen Bundesländern die gleichen Regeln gelten. „Es macht keinen Sinn, wenn wir in Mainz eine Ausagangssperre haben und in Wiesbaden nicht.“ Zunächst sei es nun aber am wichtigsten, alles, was nicht zwingend notwendig ist, zu unterlassen und die Kontakte zu reduzieren.

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