Warum es beim „RhineCleanUp“ in Mainz dieses Jahr gefährlich werden kann

Beim RhineCleanUp sammeln freiwillige Helfer Müll am Rhein und an anderen Flussufern ein. Der deutschlandweite Aktionstag findet 2022 bereits zum fünften Mal in Mainz statt. In diesem Jahr ist besondere Vorsicht geboten.

Warum es beim „RhineCleanUp“ in Mainz dieses Jahr gefährlich werden kann

Am Samstag (10. September) findet zum fünften Mal in Folge der „RhineCleanUp“ in Mainz statt. Dabei sammeln Freiwillige Müll am Rheinufer von der Quelle bis zur Mündung ein, der dann von den Entsorgungsbetrieben abgeholt wird. 2018 waren 50 Gruppen an der Aktion beteiligt, letztes Jahr waren es bereits 500 Gruppen und über 40.000 Teilnehmer, die die Ufer ihrer Flüsse gesäubert haben. „Es ist eine Bewegung geworden, die wir so nicht erwartet haben“, sagt der Organisator des „RhineCleanUp“ (RCU), Joachim Umbach.

Klimaschutzministerin vor Ort

Von 10 bis 13 Uhr findet die Sammelaktion in Mainz statt. Dafür wurde das Mainzer Rheinufer in fünf Abschnitte eingeteilt: Mombach, Neustadt, Altstadt, Weisenau und Laubenheim. Jeder Abschnitt hat einen Ansprechpartner, an den man sich für weitere Informationen wenden kann. Auf der Webseite des RCU kann man sich als Einzelperson oder als Gruppe anmelden. Nach dem Müllsammeln gibt es eine Versammlung am Gutenbergplatz, bei der auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) dabei sein wird.

Auch in Wiesbaden-Biebrich, -Schierstein und Mainz-Kastel sowie am Main-Ufer wurden Abschnitte eingeteilt, in denen der RCU stattfindet. Das Ziel des RCU sei dabei aber nicht nur, die Fluss-Ufer von Müll zu säubern, sondern auch, das Bewusstsein der Menschen zu erreichen, die diesen Müll verursachen. Dennoch erwartet Umbach durch die gestiegene Gruppen-Beteiligung beim RCU auch eine erhöhte Zahl von Teilnehmern und mehr gesammelten Müll.

Allerdings gilt dieses Jahr durch das Niedrigwasser besondere Vorsicht für die Müllsammler. Zum einen ist auf freiliegende Munition zu achten. Bei Verdacht heißt es: Abstand halten und die Polizei benachrichtigen. Zum anderen ist das Ufer näher an der Schiff-Fahrrinne und dort ist die Fließgeschwindigkeit des Rheinwassers besonders schnell. Deshalb sollten Freiwillige nicht ins Wasser gehen. Auch der Lebensraum für Fische hat sich verkleinert und die Wassertemperatur hat sich erhöht, darum kann es vereinzelt zu Kadaver-Funden kommen. Diese sind den RCU-Organisatoren oder den Umweltbehörden zu melden.

Hintergrund

70 Prozent des Mülls in den Weltmeeren kommt aus Flüssen, und der Rhein ist der größte Zulieferer in Europa. Deshalb gibt es den Aktionstag nicht nur am gesamten Rheinufer und seinen Zuflüssen in Deutschland, sondern auch mittlerweile an insgesamt 14 Flüssen, wie auch der Donau, der Saar oder der Spree. „Durch die Pandemie ist die Menge an Verpackungsmüll um 20 Prozent gestiegen. Das merken wir an den Flussufern“, erklärt Umbach.

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