Pflanzengläser und Rollrasen in der Stadt aufgetaucht

Einmachgläser mit kleinen Pflanzen vor dem Bahnhof oder Rollrasen auf dem Gehweg - über Nacht sind in Mainz ungewöhnliche Dinge aufgetaucht. Doch wer steckt hinter der Aktion? Merkurist hat mit den Verantwortlichen gesprochen.

Pflanzengläser und Rollrasen in der Stadt aufgetaucht

Mittwochmorgen in Mainz: Die Schiller-Statue am Schillerplatz ist mit einem Tuch verhüllt, in der Bahnhofstraße liegt plötzlich Rollrasen und vor dem Bahnhofsgebäude stehen Pflanzen in Einmachgläsern. Darüber steht ein Pappschild mit der Aufschrift: „Für Dich von XENO! Bedient euch!“ Doch wer steckt hinter XENO? Diese Frage stellt sich auch Merkurist-Leser Christian in einem Snip.

Als sich Merkurist am Vormittag ein Bild von der Situation macht, stehen Passanten mit fragendem Blick vor den Pflanzengläsern. Ein Mann fragt: „Darf ich mir da ein Glas mitnehmen?“ Wer oder was XENO ist, bleibt unklar. Lediglich im sozialen Medium Instagram findet sich die Seite „xeno.kollektiv“.

Anonyme Künstler

Auf Anfrage von Merkurist antworten die Betreiber des Instagram-Profils, dass sie für die Aktionen in der Stadt verantwortlich sind. Hinter dem Namen XENO verbirgt sich demnach ein junges Künstlerkollektiv, das aus drei Mainzer Studenten Anfang 20 besteht. Sie wollten vorerst anonym bleiben, so einer der Künstler. Über die Aufmerksamkeit sei man allerdings sehr glücklich: „Wir haben sehr viel Bock, etwas Künstlerisches zu machen, das die Leute erfreut. Deshalb haben wir in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auch unsere erste Aktion durchgeführt.“

Neben den genannten Aktionen haben die jungen Künstler auch an einigen Stellen in der Stadt Zettel aufgehängt. Hier können die Mainzer eintragen, welchen Song man am besten an diesem Ort hören sollte. „Oft hört man ein Lied an einem bestimmten Ort und erzeugt damit bei sich eine ganz bestimmte Stimmung. Diese Stimmung können die Leute jetzt mit anderen teilen“, sagt das XENO-Mitglied. Die Gesamtkosten hätten sich bei der Aktion in Grenzen gehalten. „Es hat uns weniger als ein Mittagessen in der Mensa gekostet.“

Reaktionen beobachtet

Nach einer kurzen Nacht mit einer Stunde Schlaf und einigen Tassen Kaffee hätten die Künstler dann am Morgen einen Spaziergang gemacht und sich angesehen, wie die Mainzer auf ihre Aktion reagieren. „Manchen ist der Rollrasen zum Beispiel nicht aufgefallen. Andere haben das Gras sogar gestreichelt.“ Und darum sei es bei der Aktionen auch gegangen: „Wenn man sich genervt zur Arbeit schleppt und dann über eine unserer kleinen Aktionen stolpert - vielleicht macht das den Tag ja ein bisschen schöner“, so das XENO-Mitglied. Bei den Pflanzen in den Einmachgläsern handle es sich übrigens um Chilli-Sprösslinge.

Und wie geht es jetzt weiter? „Wir planen gerade drei weitere Projekte in den nächsten Wochen und Monaten“, sagt der Künstler. Was dann passiert, will er aber noch nicht verraten. Es werde aber auch eine Aktion geben, bei der die Künstler in Erscheinung treten. „Und danach kann man sogar noch ein Bier mit uns trinken.“

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