„Hummelwellness“ - was hat es mit den Kräuterkisten in Mainz auf sich?

70 Kisten mit Blumen und Kräutern wurden vergangene Woche in Mainz verteilt und sollen unter dem Motto „Hummelwellness“ die Stadt zum Blühen bringen. Doch was genau steckt hinter dem Projekt der Landjugend Rheinhessen-Pfalz?

„Hummelwellness“ - was hat es mit den Kräuterkisten in Mainz auf sich?

Man kommt gerade kaum an ihnen vorbei - ob in Läden, Schulen, Kindergärten oder auch vor einzelnen Bars: Seit vergangenem Dienstag zieren die sogenannten Blühkisten mit der Aufschrift „#Hummelwellness“ verschiedene Plätze in Mainz. „Im Kern geht es uns bei dem Projekt ‘Hummelwellness’ um den Insekten- und Artenschutz“, sagt David Spies, Vorsitzender der Landjugend Rheinhessen-Pfalz. Die Idee dahinter ist: „Wo Leben in der Stadt ist, soll auch Lebensraum für Insekten geschaffen werden.“

Deswegen starteten die Mitglieder der Landjugend Rheinhessen-Pfalz anlässlich des 70. Geburtstags der Organisation eine 70-Stunden-Aktion, deren Ergebnis 70 bepflanzte Holzkisten waren. Mithilfe einer bienenfreundlichen Blühmischung sollen die Kisten Hummeln künftig einen Lebensraum geben. Außerdem sollen sie darauf aufmerksam machen, dass jeder Einzelne etwas zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen kann.

Das Projekt

An insgesamt 70 verschiedenen Orten in Mainz platzierte die Landjugend Rheinhessen-Pfalz die Blühkisten. „Wir haben vorher gefragt, wer mitmachen und eine Patenschaft für die Kisten übernehmen möchte und haben dann die Kisten dort hingebracht“, sagt Spies. „Es geht oft um Bienen, aber es gibt eben auch viele andere Insekten, die Pflanzen bestäuben und die sehr wertvoll für unser Ökosystem sind, deswegen haben wir die Hummel für den Namen des Projekts ausgesucht.“ Allerdings ist die Hummel laut Spies an dieser Stelle nur exemplarisch zu verstehen.

Das Projekt möchte nicht nur Insekten schützen, sondern vor allem aufmerksam machen auf die Möglichkeiten jedes Einzelnen, etwas für das Ökosystem zu tun. „Die Blühkisten zwischen Stein und Beton auf der Straße sollen auffallen und wahrgenommen werden“, sagt Spies. Er wolle, dass Themen wie Biodiversität und Artenvielfalt durch die Aktion an die Gesellschaft herangetragen werden und mehr von ihr beachtet werden. Das Projekt solle ein Denkanstoß sein und den Menschen zeigen, dass man privat auch etwas tun könne, wie zum Beispiel auf dem eigenen Balkon oder Garten einen Lebensraum für Insekten zu schaffen.

Außerdem seien die einzelnen Blühkisten mit Infotafeln versehen, auf denen je ein Landwirt vorgestellt wird. „Die Infotafeln sollen zeigen, dass es bereits viele Leute gibt, die schon etwas für unser Ökosystem tun“, sagt Spies. Das solle nicht nur ein Appell an jeden sein, sondern adressiere ebenso die Mitglieder der Landjugend Rheinhessen-Pfalz selbst: „Viele von uns machen schon etwas, aber es soll noch mehr werden.“

Ihm sei es zudem wichtig, durch das Projekt mit der Gesellschaft in den Dialog zu treten. „Gerade auch weil die Landwirtschaft viel Kritik in letzter Zeit durch die Medien abbekommt, möchten wir die Menschen dafür sensibilisieren, dass die Landwirtschaft bereits viel tut.“

Reaktionen

Bisher seien die Reaktionen der Paten der Blühkisten, die sich um die Pflege der Kisten kümmern, sehr positiv gewesen. „Alle waren ziemlich begeistert und finden die Idee cool“, sagt Spies. Gerade das Feedback von den teilnehmenden Schulen lasse darauf schließen, dass das Interesse da ist, das Projekt auch längerfristig am Leben zu erhalten. Bisher sei es bis Herbst angelegt. „Je nach Vegetation halten sich die Blühkisten vielleicht aber auch länger.“

Die Organisation

Die Landjugend Rheinhessen-Pfalz ist eine Organisation mit 3000 Mitgliedern und besteht aus 50 verschiedenen Ortsgruppen. Zu ihren Mitgliedern zählen sowohl junge Landwirte als auch Winzer sowie junge Leute, die auf dem Land leben.

Der Verband ist laut Spies unter anderem zuständig für die Förderung von Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten und befasse sich mit aktuellen ökologischen Themen und Problemen. „Wir bieten eine Plattform für den fachlichen Austausch und tragen politische Belange nach außen“, sagt er. Hierbei setze der Verband sich inbesondere für junge Leute, die auf dem Land leben, ein. „Den Leuten, die auf dem Land leben, soll es genauso gut gehen, wie Leuten in der Stadt - sie sollen keine Nachteile haben“, so Spies weiter. (df)

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