Mord an der Haustür: Mainzer Jungunternehmer erschossen

In 55 Jahren „Aktenzeichen XY... ungelöst“ standen auch etliche Mainzer Fälle im Fokus. Der Mord an dem 29-jährigen Unternehmer Peter W. aus Weisenau schockierte 1991 ganz Mainz. Lange Zeit tappte die Kriminalpolizei bei der Tätersuche im Dunkeln.

Mord an der Haustür: Mainzer Jungunternehmer erschossen

In der ZDF-Show „Aktenzeichen XY…ungelöst“ wurden in über 50 Jahren mehr als 4800 Verbrechen präsentiert. Dabei standen auch besonders tragische Fälle aus Mainz im Mittelpunkt. In unserer Serie stellen wir euch die bewegendsten Kriminalfälle vor.

Mord-Waffe bei Einbruch gestohlen

So zum Beispiel ein Verbrechen aus dem Jahr 1991. Was anfangs noch nach einem harmlosen Hauseinbruch aussah, endete wenige Tage später im Mord an dem 29-jährigen Mainzer Unternehmer Peter W. Die Mordwaffe stammte dabei aus einem Einbruch in ein Haus in Hechtsheim. Dort kamen am Abend des 29. November 1991 die Hauseigentümer von einem Jagdausflug zurück nach Hause. Die Waffen, die sie auf der Jagd verwendeten – eine Schrotflinte, einen Revolver und die Munition – legten sie im Flur ab und fuhren anschließend in eine Mainzer Weinstube. Als sie spät abends zurückkamen, bemerkten sie, dass die Waffen plötzlich verschwunden waren. Spuren der Einbrecher fand die Polizei jedoch nicht.

Nur wenige Tage später, am 5. Dezember 1991, schossen die Täter in Weisenau dann mit den gestohlenen Waffen auf Peter W., Sohn des Seniorchefs eines Tabakgroßhandels. Direkt vor dem Eingang überwältigten sie den 29-Jährigen und raubten seinen Koffer, den er bei sich trug. Mit schweren Kopfverletzungen kam W. schließlich ins Krankenhaus, wo er zwei Tage später starb.

Ex-Freundinnen gaben entscheidenden Hinweis

Jahrelang ermittelte die Kriminalpolizei, doch trotz der Ausstrahlung des Falls in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ führte kein Hinweis zu den Tätern. Als die Akten nach sieben Jahren ohne Ergebnis beinahe geschlossen werden sollten, gaben laut eines Berichts der Allgemeinen Zeitung aus dem Jahr 2000 zwei frühere Lebensgefährtinnen des Schützen den entscheidenden Hinweis. Beide Täter saßen zu dem Zeitpunkt wegen schweren Raubes in einem Gefängnis in Baden-Württemberg und gestanden sofort bei der ersten Vernehmung die Tat.

Auch wenn die Täter vorgaben, W. nur aus Versehen getötet zu haben, verurteilte das Mainzer Schwurgericht die beiden Männer wegen Raubs mit Todesfolge zu langjährigen Haftstrafen mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

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