Mörder ertränkt Frau in Badwanne und vergeht sich an Leiche

In 53 Jahren „Aktenzeichen XY... ungelöst“ standen auch Mainzer Fälle im Mittelpunkt. Manche von ihnen konnten gelöst werden, andere sind bis heute ungeklärt. Eine Hausfrau wurde von ihrem Mörder eiskalt in der Badewanne ertränkt und dann geschändet.

Mörder ertränkt Frau in Badwanne und vergeht sich an Leiche

Seit 1967 unterstützt das ZDF mit der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Ermittler dabei, Verbrechen aufzuklären. Seitdem wurden mehr als 4600 Fälle gezeigt, in denen auch die Mainzer Kriminalpolizei einige Male um Mithilfe bat. In unserer Serie stellen wir Euch die bewegendsten Fälle vor.

Den Mord an der Hausfrau und Mutter Helga P., die 2002 in ihrer Badewanne ertränkt wurde, bezeichnete Moderator Rudi Cerne in der Sendung vom 2. August 2008 als „unfassbare Tat“. Warum Helga P. zum Opfer wurde, war lange Zeit unklar.

Geschlagen und gefesselt

Helga P. wohnte mit ihrer Familie in einem Reihenhaus in Worms. Ihr Mann war Architekt, ihre zwei Töchter gingen zur Schule. Der Stadtteil, in dem Helga P. lebte, ist dörflich geprägt. Fremde fallen hier auf, so wie ein unbekannter Mann, der sich am Tattag gegen 10:30 Uhr in der Nähe von P’s Wohnhaus aufhielt. Scheinbar ziellos ging der Unbekannte lange Zeit durch die Straßen, wobei er von vielen Leuten beobachtet wurde. Etwa um 12 Uhr hielt sich der Mann dann vor dem Haus der Familie P. auf. Warum er sich genau Helga P. als Opfer aussuchte, ist bis heute ein Rätsel. Auch darüber, wie er ins Haus gelangte, kann man nur spekulieren.

Wie sich Jahre nach der Tat herausstellte, wollte der Mann zunächst Geld von Helga P. Als diese ihm keines geben wollte, schlug der Mann sein Opfer und fesselte es. Danach steckte er unter anderem die goldenen Eheringe von P. und ihrem Mann ein sowie einen ein Kilogramm schweren Goldbarren. Anschließend ertränkte er Helga P. in der Badewanne im Badezimmer. Wie „rzonline“ berichtete, verging sich der Mörder auch noch an Helga P’s Leiche.

Mörder kehrt an Tatort zurück

Von der Tat, die sich etwa gegen 13:30 Uhr ereignete, bekam keiner der Nachbarn etwas mit. Ein Schrei, den ein Anwohner hörte, wurde für Kinderkreischen gehalten. Nur dass die Vorhänge in Helga Ps. Haus zugezogen waren, fiel auf. Etwa gegen 13:45 Uhr kamen Helga P’s Töchter wieder nach Hause - noch ohne zu wissen, was gerade geschehen ist. Und dann passierte etwas, was sich die Kripo lange Zeit nicht erklären konnte. Der Täter ging zurück zum Schauplatz des Verbrechens.

Plötzlich begann er, mit Helga P’s Töchtern zu sprechen und gab an, dass er mit Helga P. auf der Terrasse Wasser aus einem Glas getrunken habe, P. jetzt beim Einkaufen sei und er nun das Wasser und das Glas haben wolle, um daraus zu trinken. Nachdem der Mörder das Glas und die Wasserflasche von einer Tochter ausgehändigt bekam, verschwand er.

Kurz darauf begannen die Töchter, im Haus nach ihrer Mutter zu rufen und zu suchen. Im ersten Stock fanden sie schließlich den leblosen Körper ihrer Mutter. Helga P. wurde nur 45 Jahre alt.

Lebenslange Freiheitsstrafe

Die Sonderkommission „Helga“ bei der Kripo Mainz setzte 10.000 Euro zur Ergreifung des Täters aus. Lange Zeit tappten die Kriminalbeamten aber im Dunkeln. Doch dann sechs Jahre nach der Tat gelang ihnen schließlich der Durchbruch in den Ermittlungen. Die Polizei konnte einen Briten als Mörder ermitteln, der zur Tatzeit 49 Jahre alt war und in Deutschland lebte. Durch einen internationalen Abgleich seiner Fingerabdrücke wurde der Mann letztlich überführt.

Der Mörder, der inzwischen in Wales wohnte, hatte zur Tatzeit ein Verhältnis mit einer Bekannten von Helga P. Deshalb kannten sich Mörder und Opfer flüchtig. Im Dezember 2008 wurde der Brite vom Landgericht Mainz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. (rk)

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