Die verbrannte Leiche im Kofferaum

Der Mord an dem Reiterhof-Pächter Thomas D. erschütterte 2009 die Region. Bis heute konnte die Polizei nicht den Mörder des Mannes ermitteln. Offenbar hatte D. Feinde, die nicht einmal davor zurückschreckten, den 31-Jährigen eiskalt zu ermorden.

Die verbrannte Leiche im Kofferaum

In über 50 Jahren „Aktenzeichen XY…ungelöst“ wurden in der ZDF-Show mehr als 4800 Verbrechen präsentiert. Dabei standen auch besonders tragische Fälle im Fokus. In unserer Serie stellen wir euch die bewegendsten Fälle vor. Der Mord an dem 31-jährigen Thomas D. aus Bad Kreuznach gibt der Polizei bis heute Rätsel auf.

Hohe Schulden

Die Ermittlungen im Fall des Reiterhof-Pächters, der 2009 bei Bingen ermordet aufgefunden wurde, bezeichnete Moderator Rudi Cerne als „verdammt schwierig“. Der verschuldete Geschäftsmann hatte offensichtlich viele Feinde. Einer davon schreckte nicht einmal davor zurück, den Reiterhof-Pächter zu ermorden und dessen Leiche zu verbrennen.

Möglicherweise hängt der Mord an Thomas D. auch mit dessen große Leidenschaft für Pferde zusammen. Denn eines Tages erfüllte sich der gelernte Verwaltungswirt seinen großen Traum: Er unterzeichnete den Pachtvertrag für einen Reiterhof. Dort gab er Reitunterricht und bildete Springpferde aus. Doch die Selbstständigkeit lief letztlich nicht so erfolgreich wie gedacht. Deshalb musste er den Hof 2003 wieder aufgeben. Trotz des Misserfolgs wagte Thomas D. Jahre später einen erneuten Versuch. Doch Ende des Jahres 2009 war auch dieser Reiterhof nahezu pleite. Zudem drückten den Pferdeliebehaber erhebliche Altschulden. Mit 31 Jahren stand Thomas D. damals vor dem finanziellen Ruin.

„Zahl seiner Feinde ist hoch“

Der wohl letzte Tag im Leben Thomas Ds., der 11. Dezember 2009, bleibt bis heute mysteriös. Zunächst musste D. wegen seiner Schulden mehrere Termine wahrnehmen. Dafür nahm er sich den Mercedes seiner Mutter und lieh sich von ihr 200 Euro. Denn seine Schulden konnte der 31-Jährige längst nicht mehr zurückzahlen. D. versuchte nur noch, einzelne offene Rechnungen zu begleichen. Dabei unterstützte ihn seine Mutter immer wieder finanziell.

Bei einem Gerichtstermin um 11 Uhr in Bad Kreuznach konnte er sich mit dem Kläger auf einen Vergleich einigen. Wenig später fuhr Thomas D. zu seinem Reiterhof in Neu-Bamberg. Dort zahlte er mit den 200 Euro einem Angestellten einen Teil dessen Gehalts aus. „Freunde hat D. wegen seines unsoliden Wirtschaftens schon lange nicht mehr, die Zahl seiner Feinde ist hoch“, so der Sprecher im Einspielfilm der ZDF-Sendung.

Gegen 12:30 Uhr traf D. in Alzey ein. Dort ging es um die Pacht für den Reiterhof, die er nicht mehr zahlen konnte. Um 13 Uhr wollte Thomas D. wieder in Bad Kreuznach sein. Sein letztes Lebenszeichen gab er dann von sich, als er mit seiner Freundin telefonierte, die er am Abend zu einer Party bringen sollte. Ob D. dann tatsächlich nach Bad Kreuznach fuhr, ist bis heute unklar. Am Nachmittag wartete seine Freundin schließlich vergebens auf den 31-Jährigen. Als D. auch nachts nicht auftauchte, gaben seine Freundin und seine Mutter am nächsten Tag eine Vermisstenanzeige auf.

Verkohlte Leiche im Kofferraum

Wenige Tage nachdem D. spurlos verschwand, entdeckte ein Passant in Weiler bei Bingen am 15. Dezember 2009 einen völlig ausgebrannten Mercedes. Im Kofferaum des Fahrzeugs machte der Fußgänger dann eine besonders grauenvolle Entdeckung: Dort lag eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Leiche um Thomas D. und bei dem Fahrzeug um das Auto, mit dem er unterwegs gewesen war. Thomas D wurde nur 31 Jahre alt.

Die Kripo Mainz glaubt, dass Thomas D. kein Zufallsopfer und das Treffen mit dem späteren Mörder wohl geplant war. In der Tat selbst und dem anschließenden Verbrennen der Leiche sehen die Ermittler allerdings eine Kurzschlusshandlung des Mörders. Bis heute machen die „problemgeladenen Kontakte“ Ds. zu seinen Geschäftspartnern die Ermittlungen so schwierig.

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