Der Scharfschütze vom Mainzer Schrottplatz

Der Mordversuch an dem Schrotthändler Sascha L. im Jahr 2004 erschütterte ganz Mainz. Der Mombacher überlebte nur durch eine Notoperation.

Der Scharfschütze vom Mainzer Schrottplatz

In über 50 Jahren „Aktenzeichen XY…ungelöst“ wurden in der ZDF-Show mehr als 4800 Verbrechen präsentiert. Dabei standen auch besonders tragische Fälle aus Mainz im Fokus. In unserer Serie stellen wir euch die bewegendsten Kriminalfälle vor.

Was dem Mainzer Schrotthändler Sascha L. im November 2004 passierte, bezeichnete Moderator Rudi Cerne in der Sendung vom 30. Juni 2005 als „seltsame Geschichte“. Dabei wurde der Mainzer buchstäblich und brutal aus dem Weg geschossen, was fast in einer Tragödie geendet hätte.

Professionell und kaltblütig

Sechs Angestellte beschäftigte Sascha L. auf seinem Schrottplatz in Mombach. Probleme mit Einbrechern hatte der junge Geschäftsmann in all den Jahren nie. Dies änderte sich aber in der Nacht des 16. Novembers 2004. Gegen 2:50 Uhr drang ein Unbekannter auf das Gelände am Rande der Stadt ein. Dort stapelte sich tonnenweise Altmetall von hohem Wert. Für den Einbrecher anscheinend eine verlockende Beute. Wahrscheinlich hatte er es auf einen mit Metall beladenen Lkw abgesehen.

Die Schlüssel dazu befanden sich allerdings im Bürogebäude, das durch ein System gesichert war. Insgesamt zwei Alarmanlagen sollten jede verdächtige Bewegung auf dem Gelände melden. Um kurz vor 3 Uhr löste schließlich die erste Anlage aus und sendete einen Alarm auf Sascha Ls Handy. Doch L. verzichtete darauf, die Polizei zu informieren, da es zuvor einen Fehlalarm gegeben hatte. Um aber nicht allein zum Schrottplatz fahren zu müssen, informierte L. seinen Vater. Währenddessen setzte der Unbekannte die zweite Alarmanlage mit einem gezielten Schuss außer Betrieb.

„Ich hatte Todesangst“

Gegen 3:10 Uhr erreichten dann L. und sein Vater den Schrottplatz. Als Vorsichtsmaßnahme nahm Ls Vater eine Pistole mit, die er seit mehr als 30 Jahren besaß, aber noch nie einsetzen musste. Als beide den Schrottplatz betreten wollten, entdeckten sie den Unbekannten. Kurz darauf kam es zu einer dramatischen Situation. Ohne zu zögern zog der Unbekannte eine Waffe und schoss auf Sascha L. Die Kugel traf ihn direkt in den Bauch. Nachdem sein Vater ihn aus der Schusslinie holte und einen Notschuss abfeuerte, schoss der Unbekannte mehrere Male gezielt in Richtung L. und dessen Vater. Dabei verfehlte er die beiden jedoch. Erst als Ls Vater zweimal in Richtung des Unbekannten feuerte, flüchtete dieser.

Nur durch eine Notoperation konnte Sascha L. gerettet werden. Später sagte er in „XY“, dass er nach dem Schuss, der ihn traf, „Todesangst“ hatte, weil er nicht wusste, wie schwer seine Verletzung war. Sascha L. selbst setzte eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweisgeber aus, die zur Ergreifung des Täters beitragen können. Der unbekannte Mann, der L. lebensgefährlich verletzte, ist bis heute allerdings verschwunden.

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