Aktenzeichen XY: Sexualmord an junger Schuhverkäuferin

In 53 Jahren „Aktenzeichen XY... ungelöst“ standen auch einige Fälle aus Rheinhessen im Mittelpunkt. Der Fall der 22-jährigen Erika H., die in Bad Kreuznach tot aufgefunden wurde, könnte zu einer ganzen Reihe von Morden an Anhalterinnen gehören.

Aktenzeichen XY: Sexualmord an junger Schuhverkäuferin

Seit 1967 unterstützt das ZDF mit der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Ermittler dabei, Verbrechen aufzuklären. Seitdem wurden mehr als 4600 Fälle gezeigt, in denen auch Verbrechen in Rheinhessen im Fokus standen. In unserer Serie stellen wir Euch die bewegendsten Fälle vor. Der Mord an der jungen Schuhverkäuferin Erika H. im November 1980 gibt der Polizei bis heute Rätsel auf. Genauso wie ein grünes Auto mit Bad Kreuznacher Kennzeichen.

Per Anhalter unterwegs

Erika H. arbeitete im November 1980 seit ein paar Monaten als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft in Heidelberg. Zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder lebte die 22-Jährige im nahegelegenen Sandhausen. Erika H. war seit mehreren Monaten mit einem jungen Mann befreundet, mit dem sie den größten Teil ihrer Freizeit verbrachte. Der Freund wohnte etwa drei Kilometer entfernt. Den Weg dorthin legte Erika H., soweit sie nicht das Fahrrad benutzte, immer per Anhalter zurück. Das tat sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch am 27. November. Gegen 19:30 Uhr verließ sie das Haus ihrer Eltern. Bei ihrem Freund kam sie aber nie an.

Gegen 21 Uhr wurde sie aber noch einmal gesehen. Und zwar in der Bahnhofstraße in Sandhausen, nur wenige hundert Meter von der Wohnung ihrer Eltern entfernt. Dort sprach sie mit dem Fahrer eines grünen VW Golf, der am Straßenrand anhielt. Dabei wurde sie von einem Bahnbeamten beobachtet, der mit dem Fahrrad auf dem Heimweg war. Diesem fiel auf, dass der grüne Golf ein Bad Kreuznacher Kennzeichen hatte. Ob die junge Frau letztlich in das Auto einstieg, sah der Beamte nicht. Die Polizei erfuhr später, dass ein solcher grüner VW Golf mit Bad Kreuznacher Kennzeichen schon in den Tagen zuvor im Raum Heidelberg mehrfach Anhalterinnen mitgenommen hatte.

Kinder finden gefesselte Leiche

Drei Tage später (30. November 1980) wurde dann in der Nähe von Bad Kreuznach die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie war von spielenden Kinder am Rande eines Freizeitgeländes, der sogenannten Opelwiese, entdeckt worden. Die Frau wurde mit mehreren Messerstichen getötet und einen Abhang hinuntergeworfen. Dort blieb sie am Rande eines Bachs liegen. Die Hände der Toten waren auf ihrem Rücken gefesselt. Der Zustand der Kleidung ließ auf ein Sexualdelikt schließen.

Papiere oder andere Gegenstände, die eine sofortige Identifizierung der Toten ermöglicht hätten, fand die Polizei aber nicht. Doch der nächste entscheidende Schritt bei den Ermittlungen gelang dann überraschend schnell. Da Erika H. von der Polizei schon einmal erkennungsdienstlich behandelt wurde, konnten die Beamten aufgrund ihrer Fingerabdrücke die Identität der jungen Frau einwandfrei feststellen.

Die Kripo Bad Kreuznach setzte damals eine Belohnung in Höhe von 3000 Mark aus, die zur Ergreifung des Täters führen sollte. Möglicherweise handelte es sich dabei auch um einen gefährlichen Serientäter. Denn im Großraum Heidelberg wurden um das Jahr 1980 ähnliche Fälle von jungen ermordeten Frauen, die per Anhalter unterwegs waren, registriert. Drei Leichen wiesen dabei auch Stichverletzungen auf. Der Mörder von Erika H. ist bis heute nicht gefasst. (pk)

Logo