Madiba Afrika vs. Im Herzen Afrikas - das Duell

Italienische, asiatische oder türkische Küche – das kulinarische Mainz ist international stark vertreten. Mittlerweile haben sich auch zwei afrikanische Restaurants eingereiht. Das „Madiba Afrika“ und das „Im Herzen Afrikas“. Wo schmeckt es besser?

Madiba Afrika vs. Im Herzen Afrikas - das Duell

Pizza, Tapas, Frühlingsrollen, Döner oder Schnitzel – jeder Mainzer dürfte sich schon einmal quer durch die Welt gegessen haben. Doch dabei landete wohl seltener Ful mit Injera auf dem Teller. Zwei afrikanische Restaurants haben das kulinarische Mainz in letzter Zeit aufgemischt: Das „Madiba Afrika“ und das „Im Herzen Afrikas“. Doch wo isst man besser?

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Auswahl

Im „Im Herzen Afrikas“ liegt alle Macht beim Gast - er entscheidet, was auf die typisch ostafrikanische Platte kommt. Und das zu einem Festpreis von 10 Euro. Für eine oder mehrere Personen wird dann eine Kombination frei wählbarer Spezialitäten mit oder ohne Fleisch auf einer großen Platte angerichtet – eine Möglichkeit, verschiedene Gerichte zu probieren. Auch bietet das „Im Herzen Afrikas“ verschiedene Hauptspeisen an, zum Beispiel gekochtes Hähnchen in scharfer Tomatensoße für 7,70 Euro oder Okra-Gemüse mit Rindfleisch nach Sudanesischer Art für ebenfalls 7,70 Euro. Für Liebhaber der fleischlosen Küche hat das „Im Herzen Afrikas“ fünf verschiedene Hauptgerichte im Angebot, wie zum Beispiel Bohnen, Paprika, Feta, Zwiebeln, Kreuzkümmel und Öl für 6 Euro oder Linsen in Tomatensoße und Zwiebeln für 7 Euro. Zu allen Speisen gibt es das hausgebackene Brot (Injera) - ein weich gesäuertes Fladenbrot aus Äthiopien - und Salat dazu.

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Im „Madiba Afrika“ werden neben der ostafrikanischen Küche auch westafrikanische Gerichte serviert. Dabei wird der Fokus auf die traditionelle Küche der Ghanaen gesetzt. Ähnlich wie im „Herzen Afrikas“ kann eine Mix-Platte bestellt werden, angepasst an die Personenanzahl: die Ghana-Platte, die alle grundlegenden Gerichte der traditionell westafrikanischen Küche vereint. Reis, Fufu, Grieß, Yams, Süßkartoffeln oder Kochbananen, die typische ghanaische Nahrungsmittel sind, gibt es dann zu Fleisch, Fisch und verschiedenen Saucen. Dafür zahlt der Gast 12 Euro. Die Besucher können sich eine Platte mit ostafrikanischen Gerichten selbst zusammenstellen, ebenfalls für 12 Euro. Auch hier wird das Injera zu den Gerichten serviert.

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Hier geht der Punkt eindeutig an das „Madiba Afrika“. Hier gibt es Essen aus zwei Teilen Afrikas und mehrere westafrikanische und ostafrikanische Hauptspeisen mit oder ohne Fleisch, Salate und zusammenstellbare Platten.

Madiba Afrika - Im Herzen Afrikas 1:0

Produktherkunft

Im „Herzen Afrikas“ setze man auf Regionalität der Fleischprodukte, sagt ein Mitarbeiter. „Wir beziehen unser Fleisch von einem Großhändler aus Wiesbaden. Dann hat das keinen langen Transportweg und ist somit immer frisch.“ Die Gewürze dagegen kommen direkt aus Äthiopien. Zubereitet wird das Essen von einer Köchin aus Eritrea. „Wir bieten ostafrikanische Küche an, das heißt für uns, dass die Rezepte und die Gewürze natürlich aus Ostafrika kommen. Wir wollen authentisch sein.“

Auch das „Madiba Afrika“ setzt auf Authentizität. „Unsere Gewürze kommen ausschließlich aus Äthiopien“, sagt Inhaberin Hayat Mua. Auch, weil es einige Gewürze auf dem europäischen Markt nicht gebe. Das Fleisch beziehe sie von einem Großhändler aus Mannheim. Laut Mua werde auch im „Madiba Afrika“ das Essen von Eritreern und Äthiopiern zubereitet. Joyce kommt aus Ghana und ist Chefköchin für die westafrikanische Küche – Johana aus Äthiopien ist für die ostafrikanischen Gerichte zuständig. In Sachen Produktherkunft geben sich die beiden Lokale nicht viel – ein klares Unentschieden.

Madiba Afrika - Im Herzen Afrikas 2:1

Ambiente

Wände mit fantasievoller Wandmalerei oder in Lehmbauweise, alte Holztische und -stühle, eine traditionelle Kutsche und detailreiche Beleuchtung – der Name ist Programm: Im „Im Herzen Afrikas“ fühlt man sich zweifelsohne als wäre man mitten in Afrika. Mit viel Liebe zur traditionell afrikanischen Einrichtung ist das Lokal in entspannter Atmosphäre gehalten. Leise afrikanische Musik und das gedimmte Licht machen das Restaurant mehr als authentisch.

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Das „Madiba Afrika“ hinkt hier etwas hinterher. Zwar hat das mit Holzschnitzereien und Buschgras dekorierte Lokal eine ähnlich entspannte Atmosphäre und glänzt mit einer eindrucksvollen Malerei von Nelson Mandela, doch kommt das „Madiba Afrika“ in Sachen Ambiente nicht an das „Im Herzen Afrikas“ dran: Die Einrichtung in Kombination mit der traditionell afrikanischen Musik ist die perfekte Kulisse für die ostafrikanischen Spezialitäten – klarer Punkt an das „Im Herzen Afrikas“.

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Service

Im „Im Herzen Afrikas“ fühlt man sich sofort abgeholt. Beratung bei der Bestellung, Informationen zur ostafrikanischen Küche. Auch wird die spezielle Art der Nahrungsaufnahme freundlich erklärt, die dem ein oder anderen fremd erscheinen mag: keine Messer, keine Gabel, denn Finger sind hier das Besteck. Zudem arbeitet das Personal im „Im Herzen Afrikas“ mit Herz und Verstand – und das authentisch, freundlich und kompetent.

Auch hier kann das „Madiba Afrika“ nicht ganz mithalten. Zwar ist die Kellnerin bemüht, doch kann sie das afrikanische Flair nicht ganz so authentisch transportieren. Dafür wird der Gast genauso freundlich und kompetent über das „Fremde“ informiert. Ein absoluter Pluspunkt: die Transparenz. Mit Hilfe der Internetseite und der Karte im Lokal lässt sich detailliert nachvollziehen, wer das Essen zubereitet. So hat der Besucher das Gefühl, Afrika ein Stück näher zu sein. Das ist authentisch. So bereiten etwa die Chefinnen Joyce und Johana die Gerichte mit Köchen aus Eritrea und Äthiopien gemeinsam zu. Trotzdem: ein Minivorsprung für das „Im Herzen Afrikas“.

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Geschmack

In welchem der beiden Restaurants das Essen besser schmeckt, lässt sich kaum sagen. Beide Lokale glänzen mit frischen Produkten und traditionellen Gewürzen. Die Rezepte aus Afrika werden einfach lecker zubereitet. Ob „Madiba Afrika“ oder „Im Herzen Afrikas“, geschmacklich sind beide Restaurants auf einem ähnlich hohen Niveau. Unentschieden.

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Fazit

Beide afrikanischen Restaurants sind für Mainz ein großer Gewinn. Leckere Küche und authentisches Ambiente laden zu einen Besuch ein. In unserem Test ist das „Im Herzen Afrikas“ einen Tick weiter vorne. Es gewinnt mit 4:3 Punkten. Für eine kulinarische Reise nach Afrika lohnen sich trotzdem beide Lokale.

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