Wer zuletzt die Grillwiesen im Volkspark besucht hat, dürfte teilweise von verdreckten Plätzen, Grillkohleresten und Müll überrascht worden sein. Auch Merkurist-Leser Sam Dalai schreibt in seinem Snip: „Im Mainzer Volkspark nimmt das rücksichtslose Grillen immer weiter zu. Viele Besucher lassen Müll und verkohlte Reste liegen“.
Das sehen auch andere Leser so: „Wenn der Müll neben den Mülltonnen liegt, ist offensichtlich die Mülltonne zu klein oder wird zu selten geleert“, kommentiert Gio Vanni unter dem Snip. Bei vielen Besuchern wächst der Ärger über Müll und Rücksichtslosigkeit im Park.
Dabei ist das Grillen im Volkspark laut Stadt klar geregelt: Erlaubt ist es ausschließlich auf der ausgewiesenen Grillwiese zwischen Otto-Brunfels-Schneise, Jugendherberge und dem Tal der Stauden am Weisenauer Tor. An warmen Wochenenden ist diese gut besucht.
Stadt registriert Beschwerden und spricht Platzverweise aus
Gegenüber Merkurist teilt die Pressestelle der Stadt Mainz auf Anfrage mit, dass seit Januar 2026 insgesamt sechs Beschwerden im Zusammenhang mit Müll und Nutzung des Volksparks registriert worden seien. Zusätzlich habe es bereits mehrere Routinekontrollen gegeben.
Dabei wurden laut Verwaltung 70 Platzverweise ausgesprochen sowie zwei Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt. Außerdem habe das Grün- und Umweltamt erst kürzlich drei Beschwerden zur Parkplatz- oder Müllproblematik am Volkspark erhalten.
Bis zu 5000 Euro Bußgeld bei Verstößen
Die Stadt betont, dass sowohl das Grillen außerhalb der vorgesehenen Plätze als auch das Vermüllen dieser Grillplätze eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Laut der Grünanlagensatzung der Stadt Mainz drohen dafür Bußgelder von bis zu 5000 Euro.
Auf die Frage nach verstärkten Maßnahmen bei verdreckten Grillplätzen verweist die Stadt darauf, dass der Zentrale Vollzugs- und Ermittlungsdienst im Volkspark Kontrollen durchführen wird. Diese sollen unter Berücksichtigung der personellen Möglichkeiten und der aktuellen Einsatzlage wie in den Vorjahren durchgeführt werden. Ob die Kontrollen jedoch in verstärkter Form stattfinden oder das Bußgeld erhöht werden könnte, teilt die Pressestelle nicht mit.
Trotz zusätzlicher Müllbehälter landet der Müll daneben
Um die Situation rund um das erhebliche Müllaufkommen zu entschärfen, stellt die Stadt nach eigenen Angaben in den stark frequentierten Sommermonaten zusätzlich bis zu 15 Großbehälter mit jeweils 1100 Liter Fassungsvermögen auf. Ergänzend dazu gibt es im Volkspark spezielle Betonringe, in denen heiße Asche oder Einweggrills entsorgt werden können.
Das eigentliche Problem sei jedoch häufig nicht mangelnder Platz, sondern falsche Entsorgung. Laut der Stadtverwaltung wird Müll oft neben statt in die Behälter geworfen, obwohl in anderen Tonnen noch Kapazitäten frei seien. Das erschwere die Reinigung erheblich. Die Stadt Mainz appelliert wiederkehrend an alle Besucher, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und Gegenstände wie Pavillons oder Einweg-Grills gegebenenfalls wieder mit nach Hause zu nehmen.
Hoher Parkdruck rund um den Volkspark
Außer der Müllproblematik sorgt auch die Verkehrslage rund um den Volkspark regelmäßig für Beschwerden. Ein Merkurist-Leser schreibt: „Menschen kommen mit Transportern, bringen Pavillons, Möbel und riesige Grills mit, dazu läuft oft laute Musik. Besonders problematisch ist, dass Parkplätze blockiert werden und ein Herausfahren kaum noch möglich ist.“
Der Verkehrsüberwachung seien diese Probleme grundsätzlich bekannt, eine eindeutige Zuordnung der Fahrzeuge sei im Einzelfall jedoch nicht möglich, heißt es von Seiten der Stadt. Die Verkehrsüberwachung führe dort bereits verstärkte Kontrollen durch und greife ein, wenn sicherheitsrelevante Bereiche zugeparkt würden. Eine dauerhaft Entspannung der Situation ist laut Stadt jedoch schwierig, da geräumte Flächen oft kurze Zeit später wieder belegt würden.