Kommen die asiatischen Mücken nach Mainz?

In Wiesbaden wurden in den vergangenen Tagen erstmals asiatische „Aedes koreicus“-Mücken entdeckt. Die Insekten können gefährliche Krankheiten übertragen. Könnten sie auch nach Mainz kommen?

Kommen die asiatischen Mücken nach Mainz?

Forscher der Senckenberg-Gesellschaft und der Frankfurter Goethe-Universität haben in den letzten Tagen in Wiesbaden eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Als sie Mücken zur Überwachung des ansässigen Bestands gefangen hatten, befanden sich unter den gesammelten Arten gleich vier Mücken der Art „Aedes koreicus“. Die asiatische Stechmücke kann Krankheiten wie die Japanischen Enzephalitis oder das Chikungunya-Virus übertragen. Könnten die Mücken jetzt auch nach Mainz kommen?

Normalerweise lebt die „Aedes koreicus“ in Ländern wie Korea, Japan, China oder Russland. Wie die Mücken nun nach Deutschland gelingen konnten, ist unklar. Wahrscheinlich ist aber, dass sie über die Handels- und Verkehrswege ihren Weg hierher fanden. Prof. Dr. Sven Klimpel von der Frankfurter Goethe-Universität sagt: „Wenn sich bislang nur eine kleine Population einer neuen Mückenart in Deutschland angesiedelt hat, kann man diese gegebenenfalls zurückdrängen. Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance jedoch vertan.“

Dass die Mücken nun von Wiesbaden nach Mainz oder Rheinland-Pfalz gelangen könnten, will Rainer Michalski vom Naturschutzbund „NABU Rheinhessen-Nahe“ nicht ausschließen. Er sagt: „Im Prinzip können die Mücken einfach mit dem Bus nach Mainz kommen.“ Es sei keine Seltenheit, dass sich die Insekten in Fahrzeugen wie Bussen verstecken und somit weitere Distanzen zurücklegen. Bei Windstille könnten die Mücken auch eine gewisse Strecke aus eigener Kraft zurücklegen.

Wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium auf Anfrage von Merkurist mitteilt, gibt es keine Hinweise darauf, dass die „Aedes koreicus“ schon den Weg nach Rheinland-Pfalz gefunden hat.

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