Der König des Bieres kommt aus Kastel

Der Mitbegründer der größten Bierbrauerei der Welt stammt aus Mainz-Kastel: Adolphus Busch gründete im 19. Jahrhundert den Bierkonzern "Anheuser-Busch". Mit der Biersorte "Budweiser" ist der Hersteller noch heute weltweit bekannt.

Der König des Bieres kommt aus Kastel

Er war Teil der Bier-Dynastie im 19. Jahrhundert in den USA: Adolphus Busch, Mitbegründer des Bierkonzerns "Anheuser-Busch". Dabei stammte der gelernte Großhändler gebürtig aus Mainz-Kastel. Die Gründung des erfolgreichen Bierkonzerns erfolgte aber nicht in Deutschland, sondern über dem großen Teich: Im Jahre 1870 in Amerika. Mit der Produktion der Biersorte "Budweiser" wurde der Konzern weltweit bekannt. Obwohl Busch Amerika seinen großen Erfolg verdankte, blieb er seiner Heimatstadt Kastel verbunden bis zum Tod.

Emigration in die USA

Als das zweitjüngste von 22 Kindern wurde Busch im Jahr 1839 in Kastel geboren. Zu diesem Zeitpunkt war der heutige Wiesbadener Ortsteil noch selbstständig, bis Kastel 1908 nach Mainz eingemeindet wurde. Nachdem Busch an der Akademie Darmstadt graduiert und die Hochschule in Brüssel besucht hatte, zog es ihn mit 18 Jahren in die "Neue Welt", nach Amerika. In St. Louis war er erst als Angesteller, später als Inhaber eines Großhandelskaufhauses tätig.

Einer seiner Kunden war die "Bayerische Brauerei", die von dem Auswanderer Eberhard Anheuser geführt wurde. Durch die Geschäftsbeziehung lernte Busch die Tochter des Brauers kennen - seine zukünftige Ehefrau. Durch die Heirat der aus Bad Kreuznach stammenden Lilly Anheuser wurde Busch in die Welt des Brauens eingeführt. Schon bald war der gelernte Großhändler Teil der Geschäftsleitung seines Schwiegervaters, des Brauhauses Anheuser & Co.

Im Laufe der Jahre entwickelte Busch eine Vision: Die Einführung einer nationalen Biermarke für ganz Amerika. Dabei begegnete er den Forschungsergebnissen des französischen Chemikers und Mikrobiologen Louis Pasteur. Dieser hatte herausgefunden, dass durch kurzzeitiges Erhitzen Mikroorganismen abgetötet werden konnten.

Die Pasteurisierung des Bieres

Durch Experimente gelang es auch Busch, den chemischen Prozess auf Bier anzuwenden: Er pasteurisierte erstmals den Gerstensaft. Damit stieg er zum Pionier der Brauereigeschichte in den USA auf. Durch die Erhitzung wurde das Bier nämlich resistent gegen Temperaturschwankungen und erlitt keine Geschmacksveränderungen mehr. Somit war es dem Brauer möglich, das Produkt in den gesamten USA mit gleichbleibender Qualität zu verkaufen. 1879 wurde die Brauerei schließlich in "Anheuser-Busch Brewing Association" umbenannt, als Anerkennung für die Verdienste des Brauers.

Nachdem sein Schwiegervater im selben Jahr verstorben war, wurde Busch Präsident der mittlerweile größten Bierbrauerei der USA. Eines der Biere aus dem Sortiment der Brauerei entwickelte sich im Laufe der Jahre zum Verkaufsschlager: Das leicht gebraute Bier namens "Budweiser".

Der "Budweiser-Streit"

Doch nicht nur die amerikanische Biermarke trug den Namen Budweiser. In der tschechischen Stadt Budweis wurde seit 1795 das Budweiser Bürgerbräu gebraut. Weil beide Brauereien sich durch interkontinentale Exporte ausbreiteten, kam es im Jahr 1907 zu einem Streit um die Namensrechte von "Budweiser" - dem ältesten Schutzmarkenstreit der Geschichte. Bei dem sogenannten "Bud Battle" einigten sich die Hersteller, auf dem jeweils anderen Kontinent ihr Bier nicht zu verkaufen. Mittlerweile darf dennoch das amerikanische Bier unter dem Namen "Bud" in Europa vermarktet werden.

Heimatverbunden über den Ozean

Auch nach seiner Auswanderung in die USA unternahm der amerikanische Brauer viele Europareisen. Dabei stattete er auch seiner Heimatstadt Kastel öfter einen Besuch ab, denn seine Kontakte nach Deutschland ließ Busch nicht abreißen. Als im Jahr 1882 Kastel durch ein Hochwasser stark zerstört wurde, spendete der Brauer eine große Summe für den Wiederaufbau. Bei einem seiner Besuche in der Heimatstadt stiftete der amerikanische Bierbrauer Kastel zudem ein Quell-Gewölbe namens "Ochsenbrunnen". Hier wurde 1902 über einen Bach eine sechs Meter breite und vier Meter hohe Kuppel errichtet. Der sogenannte Ochsenbrunnen liegt inmitten einer Baumgruppe am Fuß des Ochsenberges in Kastel.

Zwar nicht in Mainz-Kastel, aber in Bad Schwalbach besaß die Familie Busch-Anheuser außerdem ein Anwesen. Das Ehepaar besuchte die "Villa Lilly" mit seinen 13 Kindern regelmäßig. Dort verstarb der Brauer im Jahr 1913. Seine sterblichen Überreste wurden per Schiff und Bahn nach St. Louis transportiert.

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