Vater klagt an: Meine Tochter findet keinen Schulplatz

Dass ein Schulwechsel von Hessen nach Mainz zum Problem werden kann, zeigt die Geschichte von Giuseppe: Seine Tochter möchte gerne auf eine IGS, bekommt dort aber keinen Platz. Angeblich sollen hier ukrainische Kinder bevorzugt angenommen werden.

Vater klagt an: Meine Tochter findet keinen Schulplatz

Giuseppe hat ein Problem: Der Familienvater sucht dringend einen Schulplatz in Mainz für seine 13-jährige Tochter. Aktuell lebt er noch in Trebur, doch nach den Sommerferien zieht es die Familie nach Mainz. Die Zitterpartie um den noch nicht vorhandenen Schulplatz für seine Tochter belastet die Familie.

„Wir als Eltern finden das unakzeptabel“

Alle bisherigen Versuche, seine Tochter an einer Schule anzumelden, die für sie in Frage kommt, seien bisher gescheitert. „Wir haben einige Schulen angerufen und nur Absagen bekommen.“ Begründet worden sei dies von allen Schulen damit, dass sie „schon voll sind“. Zwei Schulen wären bei ihrer Absage aber konkreter geworden, erzählt Giuseppe. „Bei zwei Schulen, IGS Hechtsheim und IGS Bretzenheim, wurde das damit begründet, dass sie ukrainische Kinder aufnehmen mussten und deshalb voll belegt sind.“

Giuseppe ist nun hin- und hergerissen. Sicherlich sollten die Kinder schnell integriert werden, aber es könne nicht sein, dass seine Tochter keinen Schulplatz bekommt. „Warum wird unser Kind niedriger gestellt und darf nicht auf eine Schule ihrer Wahl und muss nun wahrscheinlich auf eine Hauptschule irgendwo in Mainz, wo Platz ist?“, fragt Giuseppe. Es gehe schließlich auch um die Zukunft seiner Tochter. „Wir als Eltern finden das unakzeptabel und werden auch vor Gericht gehen, wenn es sein muss, auch wenn wir solche Schritte sehr ungern in Anspruch nehmen wollen.“

Werden Kinder aus Ukraine bevorzugt?

Wie kann nun also das Problem gelöst werden und werden ukrainische Kinder aktuell tatsächlich bevorzugt an Schulen aufgenommen? Merkurist fragte bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nach, die auch für das Schulwesen in Rheinland-Pfalz verantwortlich ist. Dort teilte eine Sprecherin mit: „Grundsätzlich gilt, dass für jedes schulpflichtige Kind ein Schulplatz an einer weiterführenden Schule bereitgestellt werden muss.“ Die Schulleitung der angefragten Schule entscheide dann im Hinblick auf die vor Ort vorhandene Kapazität über die Aufnahme eines Kindes an ihrer Schule, so die Sprecherin. Die Integrierten Gesamtschulen jedenfalls seien in ihrer Aufnahmekapazität beschränkt, die Gymnasien und die Realschulen plus hingegen nicht.

Generell werde auch die überwiegende Mehrzahl der Anfragen an den Schulen in eigener Zuständigkeit, das heißt ohne Beteiligung der Schulaufsicht, zur Zufriedenheit aller Beteiligten bearbeitet, erklärt die ADD-Sprecherin. „Vereinzelt treten jedoch Fälle wie der oben beschriebene auf.“ Kinder, die in einem anderen Bundesland die Gesamtschule besucht hätten und dann nach Rheinland-Pfalz ziehen, sollen nach dem Wunsch der Eltern an ihrer gewohnten Schulform, der (Integrierten) Gesamtschule, festhalten können. Nach Prüfung der zuständigen Schulleitungen könne hier aber vielfach kein Schulplatz an dieser Schulform angeboten werden, so die Sprecherin.

„Ausdrücklich weisen wir den Vorwurf, dass ukrainische Kinder bevorzugt aufgenommen werden, zurück.“ - Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion

In solchen Fällen obliege es dann den Sorgeberechtigten zu entscheiden, an welcher der beiden anderen Schularten das Kind unterreichtet werden soll. „Entfällt die Möglichkeit des Besuchs eines Gymnasiums, so bleibt der Besuch einer Realschule plus.“ Hier müsse dann ein Schulplatz angeboten werden. Eine Bevorzugung von Schülern aus der Ukraine gebe es aber nicht, wie die Sprecherin erklärt. „Ausdrücklich weisen wir den Vorwurf, dass ukrainische Kinder bevorzugt aufgenommen werden, zurück. Vielmehr verhält es sich so, dass auch für diese schulpflichtigen Kinder ein Schulplatz gefunden werden musste.“

Diese Aufgabe könne nur gemeinsam gemeistert und dabei die Belastungen möglichst gleichmäßig verteilt werden. Somit hätten sich alle Schularten an der Aufnahme der ukrainischen Kinder beteiligen müssen, sodass einzelne Geflüchtete auch an Integrierten Gesamtschulen aufgenommen worden seien.

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