L’Arcade: Dirk Zylla hört auf

Nach 17 Jahren ist Schluss: Dirk Zylla und seine Frau Gioia geben die Altstadtkneipe L’Arcade auf und verlassen Mainz. Warum Schluss ist und wer den Laden übernimmt.

L’Arcade: Dirk Zylla hört auf

Dass Dirk Zylla einmal das L’Arcade übernehmen würde, deutete sich schon viele Jahre vorher an. Als er 1991 nach Mainz kam und eine Wohnung suchte, ging sein erster Weg am Abend direkt in die Traditionskneipe am Leichhof. „Ich saß an Tisch Nummer 5, ein Freund und ich haben die Longdrinkkarte durchprobiert“, erinnert er sich. „Als Gast kam ich dann immer wieder her.“ Rund acht Jahre nach seinem ersten Besuch fing er an Fastnacht als Spülhilfe an, wurde Zapfer, Bedienung und Ende 2000 schließlich Chef.

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In den folgenden Jahren war das L’Arcade die erste Adresse für Schlagerfans und wurde vor allem zur Fastnacht eine Institution – wie auch in diesen Tagen. Doch der heutige Fastnachtsdienstag wird Zyllas letzter im L’Arcade bleiben. Er und seine Frau Gioia geben die Kneipe ab. „17 Jahre reichen – 17 großartige Jahre“, sagt Zylla. Wenn die Kneipe nach den Fastnachtstagen für drei Tage geschlossen und renoviert worden sein wird, werden die Zyllas in den Urlaub fahren und über ihre Zukunft nachdenken. „Was wir danach machen, steht noch nicht fest. Aber das ist genau das Aufregende“, so Zylla. Fest stehe bisher nur, dass sie Mainz den Rücken kehren werden, vielleicht auch Deutschland.

„Der Laden soll in der Tradition weitergeführt werden.“ - Dirk Zylla

Doch das L’Arcade bleibt bestehen. Nachfolgerin wird Sabine Seebach, die bereits vor mehr als zehn Jahren die Betriebsleitung übernommen hat. „Der Laden soll in der Tradition weitergeführt werden“, so Zylla. Bauliche Änderungen oder größere Einschnitte werde es nicht geben. Seebach sagt: „Wir wollen jetzt dafür sorgen, dass auch unter der Woche mehr Gäste, vor allem mehr Studenten kommen.“ Dafür solle es beispielsweise Specials wie einen Schnitzeltag geben und die Karte verkleinert werden. „Wir wollen uns auf das konzentrieren, was wir besonders gut können – wie zum Beispiel die Schnitzel oder Mainzer Spezialitäten wie Handkäs“, so Seebach.

„Von arm über reich bis prominent waren hier alle da.“ - Dirk Zylla

Für Zylla bleiben vor allem die vielen Erinnerungen. „Von arm über reich bis prominent waren hier alle da. Da lernt man tolle Menschen kennen.“ So wurde etwa der langjährige Mainz 05-Manager Christian Heidel ein guter Freund und gern gesehener Gast. Genau wie Jürgen Klopp: Über dessen besondere Beziehung zum L’Arcade hatte Merkurist im Januar berichtet (zum Artikel).

Ein Highlight für den Wirt sei auch immer der Fastnachtsdienstag gewesen. „Viele andere haben da schon geschlossen, wir mobilisieren noch einmal die letzten Kräfte.“ Ob er heute ein paar Abschiedsworte an seine Gäste richten wird, weiß er noch nicht. „Das entscheide ich spontan.“ Musikalisch wird er sich auf jeden Fall verabschieden – mit seinem eigenen L’Arcade-Song.

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