Uni Mainz: Schottischer Abend „Burns Night“ fällt aus

Im Sommer fiel das AStA-Sommerfest aus, nun folgt eine weitere Veranstaltung auf dem Campus: Die Burns Night wurde für das kommende Jahr abgesagt. Dabei war der schottische Abend sehr beliebt. Was waren die Gründe für die Absage?

Uni Mainz: Schottischer Abend „Burns Night“ fällt aus

Schottische Tänze, Haggis und jede Menge Whisky - das gibt es jedes Jahr bei der Mainzer Burns Night. Oder besser gesagt gab: Für das kommende Jahr wurde die Feier auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität abgesagt. Und das, obwohl sie sich in den vergangenen Jahren als beliebte Veranstaltung etabliert hat. Das Fest zu Ehren des Dichters Robert Burns, das schon lange über die Grenzen Schottlands hinweg gefeiert wird, findet schon seit 15 Jahren in Mainz statt.

„Die Burns Night hat seit ihren Anfängen in Mainz im Jahre 2002 eine rasante Entwicklung genommen.“ - Monika Schreiber, Studierendenwerk Mainz

Traditionell folgten einem Essen mit Reden, Toasts und Gedichten von Burns mehrere schottische Volkstänze, die vor Ort erklärt wurden. „Junge, Ältere, Studierende, Bürger aus der Stadt, Schottlandbegeisterte und Neulinge - alle hatten Spaß an Reden, Musik, Tanz und natürlich dem schottischen Nationalgericht Haggis“, sagt Max Lindemann von Campus Mainz. Der gemeinnützige Verein kümmerte sich gemeinsam mit dem Studierendenwerk Mainz um die Organisation. Die Feier kam in Mainz gut an: „Die Burns Night hat seit ihren Anfängen in Mainz im Jahre 2002 eine rasante Entwicklung genommen“, sagt Monika Schreiber vom Studierendenwerk Mainz. Die Veranstaltung habe mehrmals die Räume wechseln müssen, weil das Interesse an ihr sei ständig gestiegen sei.

Absage: Finanzielle und personelle Gründe

Bisher konnten die Organisatoren die immer größer werdende Burns Night zusammen mit externen Helfern stemmen. Doch nun befindet sich Campus Mainz im Umbruch: Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studierendenwerk haben die bisherige finanzielle Unterstützung eingestellt, Gespräche über andere Fördergelder ziehen sich in die Länge, mehrere Stellen mussten gestrichen werden. Die Folgen: Der Verein musste den Neustart wagen, seine Kulturkurse finden momentan nicht mehr statt. Bei der Burns Night hoffte der Verein, dass das Studierendenwerk 2018 einen größeren Teil der Organisation übernehmen kann. Doch: „Das Studierendenwerk hat aktuell ebenfalls einen personellen Engpass zu kompensieren“, sagt Schreiber. „In der Summe führten diese Gründe zur Absage der 259th Burns Night auf dem Campus.“

„Wir hatten noch nie einen Facebook-Post, der so viele traurige Smileys bekommen hat.“ - Max Lindemann, Campus Mainz

Zum Bedauern der treuen Besucher: Unter der Absage auf Facebook sammeln sich Kommentare wie „Das ist richtig bitter“ oder „Ich bin gerade etwas sprachlos. Das ist kein Aprilscherz, ja?“ Auch Lindemann sagt: „Wir hatten noch nie einen Facebook-Post, der so viele traurige Smileys bekommen hat.“ Die Absage fiel dem Verein nicht leicht, hatten doch einige Mitglieder die Burns Night als Mainzer Großveranstaltung ins Leben gerufen. „Besonders für die vielzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die über Jahre die Veranstaltung vor Ort getragen haben und die langjährigen Stammgäste tut es uns leid“, sagt Lindemann. Doch bei vielen weiche die Enttäuschung schnell der Erkenntnis, dass man sich auch selbst für solche Veranstaltungen auf dem Campus engagieren könne - vier neue Leute seien seit der Absage dem Verein beigetreten, weitere würden bereits darüber nachdenken.

Gibt es eine kleine Ersatz-Burns Night?

Auch das Studierendenwerk erhielt viele Hilfsangebote. Vielleicht ermöglichen sie es doch noch, dass eine Burns Night oder eine kleinere Alternative stattfinden kann: „Diese Angebote nehmen wir gerne an und werden nun im Interesse der großen 'Fan-Gemeinde' abklären, ob es Wege für eine Durchführung im kommenden Jahr, eventuell in kleinerem Rahmen, geben kann“, sagt Schreiber vom Studierendenwerk. Wird in den folgenden Jahren dann die Burns Night wieder wie gewohnt stattfinden? „Das hoffen wir sehr“, sagt Lindemann. Der Verein hofft, noch einige Firmen und Institutionen zu finden, die das Engagement unterstützen können. Denn: „Ehrenamtliche Arbeit braucht finanzielle Unterstützung um auch größere Projekte, wie die Burns Night, stemmen zu können“, so Lindemann.

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