Gesperrte Hochbrücke: So wird der Verkehr umgeleitet

Ab Montag dürfen keine Fahrzeuge mehr über die Mombacher Hochstraße fahren. Doch warum wird die Brücke gesperrt? Und wie wird der Verkehr umgeleitet? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Gesperrte Hochbrücke: So wird der Verkehr umgeleitet

Die Mombacher Hochbrücke wird ab Montag (5. Juli) endgültig aus dem Verkehr genommen. Weder Autos noch Radfahrer dürfen jetzt noch über die Brücke fahren. Hier gibt es die wichtigsten Infos zur Brückensperrung.

Wie wird der Verkehr umgeleitet?

Mombacher Tor in Richtung Mombacher Kreisel:

Von der Kreuzung Mombacher Straße/Wallstraße geht es nach rechts über eine S-Kurve in die Mombacher Straße, vorbei an der Lokhalle, über die Kreuzung Hattenbergstraße in die Zwerchallee und von da auf die Rheinallee.

Mombacher Kreisel zum Mombacher Tor:

Vom Kreisel kommend geht es über die Rheinallee in die Zwerchallee und Hattenbergstraße. Gleichzeitig mit Sperrung der Hochtangente wird der Knotenpunkt Auenbrücke/Rheinallee umgestaltet, damit zukünftig von der Auenbrücke kommend der Verkehr nach links in die Rheinallee abbiegen kann.

Warum wird die Brücke gesperrt?

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1969 wurde die Brücke regelmäßig kontrolliert. 1988 wurde ihr Zustand mit „gut“ bewertet, 2005 war es ein „noch gut“. 2012 ergab eine Hauptprüfung, dass der Zustand der Brücke sehr schlecht ist und in die Kategorie „ungenügend“ eingestuft wurde. Der verbaute Spannstahl habe sich als anfällig für Spannungsrisskorrosionen gezeigt, so die Stadt Mainz. Die Zusammensetzung dieses Stahls könne zur Versprödung und Brüchen führen und sei irreparabel. Schon seit 2015 ist die Brücke für Kraftfahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Zudem wurden stellenweise Schutznetze angebracht, um herabfallenden Beton aufzufangen.

2015 ließ die Stadtverwaltung prüfen, ob der Verkehr durch die Stadt geführt werden kann. Aktuell fahren etwa 10.000 Fahrzeuge pro Tag über die Hochstraße - etwa so viel wie durch die Große Langgasse. Die Simulation hat laut Stadt gezeigt, dass eine Umverteilung des Verkehrs möglich ist. Zwischen 2016 und 2017 wurde ein Verkehrskonzept entwickelt, das die Verwaltung seit 2018 umsetzt. So wurden in der Vergangenheit mehrere Knotenpunkte angepasst. Beispielsweise wurde der Knotenpunkt Mombacher Straße/Rheingauwall umgestaltet und eine Rechtsabbiegespur von der Rheinallee in die Zwerchalle gebaut. Weil bis zum 2. Juli 2021 der Knotenpunkt Rheinallee/Zwerchallee fertig gestellt sein soll, wird die Hochbrücke ab dem 5. Juli gesperrt.

Bis zum endgültigen Rückbau der Brücke wird es weiterhin Notreparaturen geben, um eine weitere weitere Verschlechterung des Zustands zu verhindern.

Wann wird abgerissen?

Wann genau der Rückbau der 1,3 Kilometer langen, vierspurigen Brücke startet, steht noch nicht fest. Ein Problem ist unter anderem, dass die Hochbrücke an drei Stellen Schienen der Deutschen Bahn kreuzt. Die Planung, wann welche Bahnstrecke gesperrt wird, könne noch etwa vier Jahre dauern, so OB Ebling. Dennoch sei es aus Sicherheitsgründen wichtig gewesen, die Brücke jetzt schon aus dem Verkehr zu nehmen.

Warum wird die Brücke nicht für Radfahrer freigegeben?

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Vorschläge gegeben, die Brücke für Radfahrer und Fußgänger offenzuhalten und eine Art „Grüne Oase“ einzurichten (wir berichteten). Das Problem dabei: Die Hauptlast trägt laut Axel Strobach, Leiter des Stadtplanungsamts, die Brücke selbst. Um sie langfristig sicher zu machen, müsste man sie aufwändig sanieren – und das käme fast einem Neubau gleich. „Das wäre nicht verhältnismäßig“, so Strobach. Deshalb wird die Brücke jetzt aus dem Verkehr genommen und später abgerissen.

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