Warum es im Autobahntunnel immer wieder zu Fehlalarmen kommt

Immer wieder wird im Mainzer Autobahntunnel falscher Alarm ausgelöst. Allein im vergangenen Jahr waren fünf von sechs Tunnelsperrungen auf einen Fehlalarm zurückzuführen. Doch warum ist das so?

Warum es im Autobahntunnel immer wieder zu Fehlalarmen kommt

Allein zwischen Ende April und Anfang Juni musste der Hechtsheimer Autobahntunnel auf der A60 dreimal gesperrt werden - zuletzt am vergangenen Freitag (wir berichteten). Und jede Sperrung hatte denselben Grund: Fehlalarm. Doch warum wird im Autobahntunnel so oft ein falscher Alarm ausgelöst?

Auf Anfrage von Merkurist erklärt eine Sprecherin des „Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz“ (LBM): „Bei einem Brandmeldealarm schließt sich der Tunnel automatisch und es wird zeitgleich ein automatischer Notruf zur Feuerwehr geschaltet.“ Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Feuerwehr in möglichst kurzer Zeit am Ort des Geschehens sein kann. Genau dieses System sorgt dann im Fall eines Fehlalarms für Staus rund um den Tunnel. Denn in diesem Fall werde der Tunnel komplett gesperrt.

So wird der Alarm ausgelöst

Die Branddetektoren im Tunnel würden sich laut LBM-Sprecherin auf drei verschiedene Messverfahren berufen: „Es werden zeitgleich Rauch-, Sichttrübe- und Wärmemessungen durchgeführt.“ Eine technisch festgelegte Arithmetik bestimmt, wann ein Alarm ausgelöst wird. „Die Sensorik kann nicht zwischen einem echten Brand und eine ‘Scheinbrand’ unterscheiden“, so die Sprecherin. Diese Technik sei nach den geltenden Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln festgelegt.

Kommt es also zum Beispiel durch Rauch oder Ruß zu einer starken Trübung der Sichtverhältnisse, kann das zu einer Sperrung des Tunnels führen. „Ebenso kommt es zu einer Sperrung des Tunnels, wenn eine ungewöhnlich schnelle Temperaturerhöhung im Vergleich zu anderen kühl bleibenden Brandabschnitten detektiert wird“, sagt die LBM-Sprecherin.

Vermutlich kommt es auch immer wieder zu Sperrungen, wen Lkw mit heißer Ladung, zum Beispiel Gussasphaltkochern, durch den Tunnel fahren. Auch nach oben stehende Auspuffanlagen könnten laut der Sprecherin zu einem Fehlalarm führen. „Zu diesem Phänomen trägt sicherlich auch Staubildung im Tunnel bei“, so die Sprecherin. Dann nämlich könnten diese „heißen Fahrzeuge“ längere Zeit an Ort und Stelle stehen und einen Fehlalarm auslösen. Im Jahr 2018 sei insgesamt sechsmal der Brandalarm ausgelöst worden. Lediglich bei einem Alarm handelte es sich um eine reale Bedrohung - ein Pkw stand in Flammen. (df)

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