Schranke krachte gegen Auto: LBM will Sicherheitssystem prüfen

Nach einem Alarm am Mittwochnachmittag im Hechthseimer Autobahntunnel krachte eine Sicherheitsschranke in das Auto eines Merkurist-Lesers. Nun soll das Sicherheitssystem geprüft werden.

Schranke krachte gegen Auto: LBM will Sicherheitssystem prüfen

Am Mittwoch hatte Merkurist über einen Vorfall im Hechtsheimer Autobahntunnel berichtet: Als der Tunnel am Vortag wegen eines Alarms gesperrt wurde, krachte eine Sicherheitsschranke mit voller Wucht gegen das Auto eines Merkurist-Lesers. Wie dieser erklärte, kam die Schranke ohne richtige Vorwarnung auf die Strecke. Verletzt wurde niemand, trotzdem entstand ein Schaden am Auto des Lesers.

Am Freitag hat sich der für den Tunnel zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) auf Anfrage von Merkurist erneut zum Thema geäußert. Eine LBM-Sprecherin sagt: „Der Tunnel wird regelkonform betrieben und regelmäßig gewartet einschließlich einer umfangreichen Funktionsprüfung. Wir nehmen den Vorfall zum Anlass, die Funktionsfähigkeit außerhalb des Wartungsturnus zu prüfen.“

Wie läuft eine Tunnelsperrung ab?

Eine Sperrung des Tunnels verlaufe jeweils nach speziellen Richtlinien: Im ersten Schritt weisen 300 bis 200 Meter vor dem Tunneleingang gelbe Lichtzeichen auf eine Sperrung des Tunnels hin. Gleichzeitig wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h heruntergesetzt. Im zweiten Schritt zeigen die elektronischen Hinweisschilder vor dem Tunneleingang Dauergelb an. Im dritten Schritt wechselt die Farbe auf rot. Erst danach sollen die Schranken auf die Fahrbahn schwenken.

Anders ist das jedoch, wenn ein Brandalarm ausgelöst wird: Dann nämlich entfallen die Schritte zwei und drei. Das bedeutet: In diesem Fall schließt die Schranke schneller. Da am Dienstagnachmittag die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, lief die Sperrung höchstwahrscheinlich nach diesem Muster ab.

Trotz häufiger (Fehl)-Alarme und dem Schranken-Vorfall vom Dienstag will der LBM sein System offenbar nicht überdenken. „Die Brandmeldeanlage sowie alle sicherheitstechnischen Vorkehrungen im Tunnel Hechtsheim müssen einem hohen Sicherheitsstandard genügen und unterliegen den in Deutschland geltenden ‘Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln’“, erklärt eine Sprecherin. Die Technik der sogenannten Linienbrandmeldekabel sei erst vor zwei Jahren auf den aktuellen technischen Stand gebracht worden. „Insofern bedarf es seitens des LBM auch keiner Überlegungen zu weiteren Überarbeitungen und Modifizierungen“, teilt die Sprecherin mit. (df)

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