Hechtsheimer Tunnel: Ärger über „technische Defekte“

Wenn die Sperrschranken am Hechtsheimer Tunnel zugehen, dann muss nicht unbedingt etwas Schlimmes passiert sein. Liegt kein Unfall oder Brand vor, sind es „technische Defekte“, die für lange Wartezeiten sorgen. Ist die Tunnel-Technik veraltet?

Hechtsheimer Tunnel: Ärger über „technische Defekte“

Autofahrer, die täglich auf der A60 rund um Mainz unterwegs sind, brauchen gute Nerven: Ob Stau im Berufsverkehr oder Baustellen– es gibt viele Gründe auf dieser Autobahn, Zeit zu verlieren oder sich aufzuregen. Wenn dann auch noch ein „technischer Defekt“ die Durchfahrt durch den Hechtsheimer Tunnel verzögert, sind besonders starke Nerven gefragt. Denn wenn die Tore des Tunnels automatisch schließen, gilt es erst einmal, etwas länger zu warten. Gefühlt passiert dies mehrmals pro Jahr. So ergeht es auch einigen Lesern. „Wann hört das endlich auf?“, fragen sie in diesem Zusammenhang.

„Anlage auf aktuellem Stand der Technik“

Zuständig für den Hechtsheimer Tunnel ist die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes. Auf die Frage, warum es immer wieder zu „technischen Defekten“ beziehungsweise Fehlalarmen komme, nennt ein Sprecher in diesem Fall die Brandmelde-Anlage. So sei die Anlage im Tunnel Hechtsheim Teil eines tunnelspezifischen Überwachungs- und Sicherheitssystems, das sich im Regelbetrieb nicht auf die vorhandene Verkehrssituation auswirkt. „Lediglich im Brandfall wird in den Verkehrsablauf eingegriffen, was sich dann im aktuellen Verkehrsgeschehen rund um den Tunnel auswirkt – wie aber auch bei allen Verkehrsstörungen durch beispielsweise einen Unfall.“

Die Technik im Tunnel sei durch den Einbau neuer Controller in den zurückliegenden Jahren auf den aktuellen Stand gebracht worden. „Insofern bedarf es seitens der Niederlassung West der Autobahn GmbH keiner Überlegungen zu weiteren Überarbeitungen und Modifizierungen“, so der Sprecher. Der Tunnel werde zudem regelkonform betrieben und regelmäßig gewartet, einschließlich einer umfangreichen Funktionsprüfung.

Keine Daten über Feuerwehreinsätze

Bei einem der Behörde bekannten Fall der Tunnelsperrung Anfang März 2021 habe es sich im Nachhinein um einen sogenannten Täuschungsalarm gehandelt. Dabei habe die Technik einwandfrei funktioniert. Die an der Decke angebrachten Brandlinienkabel hätten starke Temperaturerhöhungen gemeldet. „Weichen diese von den an anderen Stellen gemessenen Temperaturen ab, wird eine Brandmeldung ausgelöst“, erklärt der Sprecher. Es sei also davon auszugehen, dass die damalige Situation durch das Verkehrsaufkommen und einen Stau hervorgerufen wurde.

Ob die geschilderte Situation auch repräsentativ für andere „Täuschungsalarme“ ist, bleibt jedoch offen. Wie oft insgesamt in den letzten Jahren der Tunnel aufgrund solcher Alarme seine Tore geschlossen hat, darauf kann die Autobahn GmbH keine Antwort geben. „Über die Feuerwehreinsätze im Tunnel ist aktuell keine Auswertung vorhanden“, so der Sprecher auf Nachfrage. Und somit muss also weiterhin hin und wieder damit gerechnet werden, dass es zu Tunnelsperrungen kommt, auch wenn kein Brand oder Verkehrsunfall vorliegt.

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