Blitzer mit Wiesbadener Kennzeichen: Darf der bei uns überhaupt blitzen?

Blitzt er nun oder nicht? Und wenn ja, ist das überhaupt rechtens? Ein Blitzer auf der A60 mit Wiesbadener Kennzeichen sorgt aktuell für Verwirrung bei ein paar Autofahrern.

Blitzer mit Wiesbadener Kennzeichen: Darf der bei uns überhaupt blitzen?

Aktuell müssen die Autofahrer auf der A60 in Fahrtrichtung Bingen gute Nerven mitbringen. Aufgrund einer Baustelle gilt dort auf einem längeren Abschnitt Tempo 60. Dadurch entsteht schon auf Höhe Heidesheim ein erster kleiner Rückstau im Feierabendverkehr. Um dennoch zu überprüfen, ob sich die Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, ist dort nun zwischen den beiden Ingelheimer Anschlussstellen hinter einem Gebüsch ein sogenannter semi-mobiler Blitzer aufgestellt worden.

Der sorgt aber nun anscheinend bei so manchem Autofahrer, der ihn noch rechtzeitig erkennt, für Verwirrung. Der Grund dafür: Der Blitzer hat ein Wiesbadener Kennzeichen. Leser Umut fragt nun, ob die Fotos, die der vermeintliche Hessen-Blitzer von Verkehrssündern macht, überhaupt hier in Rheinland-Pfalz gültig sind.

Auskunft zu dem Sachverhalt kann hier Jörg Wegener, Erster Polizeihauptkommissar Zentrale Verkehrsdienste (ZVD), geben. Auf Anfrage von Merkurist teilt er mit, dass der Blitzer auf jeden Fall scharfgestellt sei und bei Geschwindigkeitsüberschreitung auslöse. „Dabei sind die Blitzerfotos in jedem Fall gültig.“ Der Blitzer sei von den hiesigen Behörden aufgestellt worden. Für mögliche Geschwindigkeitsvergehen sei deshalb auch die Zentrale Bußgeldstelle in Speyer zuständig.

So oft löst der Blitzer aus

Dass der Blitzer ein Wiesbadener Kennzeichen hat, liege daran, dass die Herstellerfirma aus dem Raum Wiesbaden komme und der Blitzer dort auch zugelassen sei, so Wegener. Die Herstellerfirma sei bundesweit tätig, weshalb dieser Blitzer beispielsweise auch in Hamburg stehen und regulär blitzen könnte. Doch wie oft löst der Blitzer mit Wiesbadener Kennzeichen in Fahrtrichtung Bingen dann auf der A60 aus? „Im Durchschnitt täglich rund 200 Mal“, sagt Wegener. (nl)

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