Am 9. März beteiligt sich Mainz an einem bundesweiten Frauenstreik. Wie das lokale Organisationsteam mitteilt, beginnt die Kundgebung um 16 Uhr auf dem Gutenbergplatz.
Bei der Veranstaltung handelt es demnach um einen politischen Aktionstag. Ziel sei es, unbezahlte, schlecht bezahlte und unsichtbare Arbeit sichtbar zu machen und gesellschaftliche sowie politische Veränderungen zu fordern. Der Protest richte sich somit nicht nur an Frauen, sondern an alle Menschen, die von Ungleichheit betroffen sind oder die Aktion unterstützen möchten.
Schutz vor Gewalt und Anerkennung von Care-Arbeit
Die zentralen Forderungen der Bewegung sind Gleichstellung, Schutz vor Gewalt, soziale Absicherung, politische Teilhabe und die Anerkennung von sogenannter Care-Arbeit, also der unbezahlten Kinderbetreuung zu Hause oder der Pflege- und Hausarbeit . Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen ökonomischer Abhängigkeit und Gewalt.
Die Organisatoren verweisen dabei auf die Istanbul-Konvention, die Deutschland zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt verpflichtet. Gleichzeitig seien Schutzräume vielerorts überlastet und Präventionsangebote unterfinanziert. „Ökonomische Abhängigkeit zählt zu den zentralen Risikofaktoren für Gewalt“, heißt es in der Mitteilung. Lohnpolitik, Sozialpolitik und Gewaltschutz seien daher eng miteinander verknüpft. Der Frauenstreik soll diese Zusammenhänge sichtbar machen.
Laut der Organisatoren ist die Veranstaltung als „intersektional-feministisch“ einzuordnen. Der Begriff „intersektional“ beschreibt dabei, dass verschiedene Formen von Diskriminierung berücksichtigt werden, etwa aufgrund von Geschlecht, rassistischer Zuschreibung, Behinderung oder sozialer Lage. Zahlreiche Verbände und Vereine unterstützen die Veranstaltung. Angekündigt sind unter anderem Redebeiträge von Susanne Wagner (DGB) und Annette Diehl (Frauennotruf).
Hintergrund
Der Frauenstreik wird vom „Töchter Kollektiv“ koordiniert. Das Töchter Kollektiv ist eine bundesweite, intersektional-feministische politische Bewegung. Der Frauenstreik findet daher am 9. März in etlichen deutschen Städten statt.