Starkregen: Hier ist Mainz besonders gefährdet

Ein neues kostenloses Online-Tool zeigt, wie stark das eigene Zuhause von Sturzfluten betroffen sein könnte. Das Land Rheinland-Pfalz investierte acht Millionen Euro in das Projekt.

Starkregen: Hier ist Mainz besonders gefährdet

Schwere Unwetter und heftige Regenfälle richten auch in Mainz immer wieder große Schäden an. Mehrmals schon wurden bei Starkregen Straßen überflutet und von Schlamm-Massen überspült. Stadt und Land arbeiten daher an Konzepten, wie die Risiken vermindert werden könnten.

Das Land Rheinland-Pfalz hat am Donnerstag (5. Februar) nun ein neues Online-Tool zum Hochwasserschutz freigeschaltet. Wie das Umwelt- und Klimaschutzministerium mitteilt, können Interessierte mit dem „HydroZwilling RLP“ kostenlos prüfen, wie stark das eigene Zuhause von Sturzflutgefahren betroffen ist. Das Land hat nach eigenen Angaben acht Millionen Euro in das System investiert.

Die virtuelle Karte stellt demnach dreidimensional dar, welche Auswirkungen Starkregen an einem bestimmten Punkt hat. Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) bezeichnet es als das „modernste System zur Hochwasservorsorge in Deutschland und eines der fortschrittlichsten weltweit“. So könne man sich hier nicht nur informieren, sondern bekomme auch eine Grundlage dafür, die Eigenvorsorge zu verbessern. Auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen würde damit verbessert.

Verschiedene Daten fließen ein

Für die Simulationen fließen verschiedene Daten in das interaktive Modell ein, darunter digitale Geländemodelle sowie Niederschlags- und Landnutzungsdaten. Das System mache so „die eigene Betroffenheit je nach Szenario anschaulich sichtbar“, so Dr. Dirk Grünhoff, Präsident des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU), das das System betreibt. Genehmigungsprozesse und Schutzmaßnahmen könnten so deutlich effizienter umgesetzt werden. „Was früher Tage dauerte, geschieht jetzt in Minuten“, so Grünhoff.

Den Kommunen im Land steht die Karte laut dem Umweltministerium bereits seit einiger Zeit zur Verfügung. So würden fortlaufend immer detailliertere lokale Daten hinzugefügt, etwa zu Durchlässen oder neuen Gebäuden. Auch die Feuerwehren sollen laut dem Ministerium künftig technisch angebunden werden.

Das neue Online-Tool könnt ihr unter diesem Link abrufen.

Welche Faktoren ein besonders hohes Risiko für Überflutungen bergen, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen: