Feuerwehr zieht Bilanz: So lief der Warntag in Mainz

Die Probealarme am bundesweiten Warntag haben offenbar nicht alle Menschen in Mainz erreicht. Auch viele Merkurist-Leser berichten von unterschiedlichen Erfahrungen. Dennoch zieht die Mainzer Feuerwehr eine positive Bilanz.

Feuerwehr zieht Bilanz: So lief der Warntag in Mainz

Am heutigen bundesweiten Warntag haben viele Mainzer sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. So haben einige Merkurist-Leser weder der angekündigte Sirenen-Probealarm noch die Warnmeldungen über Cell Broadcast erreicht, während andere von deutlichen Warnsignalen berichteten. Die Mainzer Feuerwehr konnte dennoch eine positive Bilanz für sich ziehen.

„Wir sind für uns sehr zufrieden“, resümiert Feuerwehrsprecher Michael Ehresmann. Lediglich eine Sirene in der Adam-Karrillon-Straße habe nicht ordnungsgemäß funktioniert, alle anderen Anlagen seien beim Test funktionstüchtig gewesen. Auch der Test der mobilen Warnlautsprecher der Feuerwehrautos in Ebersheim sei gut verlaufen. Wie kommt es dann, dass vielerorts trotzdem keine Sirenen zu hören waren?

Deutliche Lücken im Sirenen-Warnnetz

Laut Angaben der Stadt Mainz gibt es nach der Abrüstung zum Ende des Kalten Kriegs in den 90er-Jahren nur noch 54 Sirenen im Stadtgebiet. Diese stehen vor allem in Industriegebieten und an Verkehrsknotenpunkten – die genauen Standorte findet ihr hier. In einigen Stadtteilen, wie Gonsenheim, Bretzenheim und Finthen, sind momentan also nicht ausreichend Sirenen vorhanden, um die Bevölkerung flächendeckend zu warnen. Auf dem Lerchenberg und in Drais gibt es überhaupt keine Sirenen. Auch im Merkurist-Redaktionsgebäude in der Nähe des Fischtorplatzes war trotz prominenter Innenstadtlage kaum etwas zu hören. Mit einem Blick auf die Sirenenkarte und die entsprechende Lücke am Fischtorplatz löst sich auch dieses Rätsel schnell auf.

„Wir sind uns der Lücken bewusst“, erklärt Ehresmann. In den kommenden anderthalb Jahren sollen diese geschlossen werden, einerseits durch neue Sirenenstandorte und andererseits durch neue Sirenen mit größerem Lautstärkeradius. Mit einer entsprechenden Berechnung sei bereits vor zwei Jahren, also noch vor der Katastrophe im Ahrtal, ein Ingenieurbüro beauftragt worden. Aber auch mit flächendeckender Sirenenreichweite sei eine hundertprozentige Erreichbarkeit der Bevölkerung nicht gewährleistet. „Wir versuchen, alle zu erreichen“, so Ehresmann. „Aber in der Realität sieht das natürlich anders aus, da kann man bestenfalls 90 bis 95 Prozent erreichen.“

Auch die Testnachrichten über Warnapps und Cell Broadcast haben nicht alle erreicht. Das läge jedoch nicht nur an veralteten Software-Versionen oder falschen Handyeinstellungen, meint Ehresmann. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Warnmeldungen nicht oder nur verspätet an Handys gingen, die eigentlich alle Voraussetzungen erfüllen – das sei ihm selbst auch so passiert.

Die aktuellen Standorte der Sirenen in Mainz findet ihr hier. Weitere Informationen zu Cell Broadcast und den technischen Voraussetzungen sind hier bereitgestellt. Wenn ihr eine Rückmeldung zu eurer Erfahrung am Warntag geben wollt, könnt ihr auch diesen Fragebogen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ausfüllen.

Logo