Kabarett-Auftritt in Mainz sorgt für Empörung

Großer Shitstorm in den sozialen Medien: Weil die Kabarettistin Lisa Fitz in einer SWR-Sendung von „5000 Impftoten“ spricht, wird auch der SWR heftig kritisiert. Nun distanziert sich der Sender.

Kabarett-Auftritt in Mainz sorgt für Empörung

Ein Auftritt der Kabarettistin Lisa Fitz in der SWR-Sendung „Spätschicht“ sorgt derzeit in den sozialen Medien für viele Diskussionen – und vor allem für Kritik. Die Show wird seit Jahren im Mainzer Staatstheater aufgezeichnet, Moderator ist Florian Schröder. Und der distanzierte sich schon vor dem Auftritt von Fitz, der am 10. Dezember ausgestrahlt wurde, von ihren Inhalten. „Hier zählt Meinungsvielfalt. Und deshalb folgt jetzt eine Meinung, die ich persönlich nicht teile und die trotzdem hier stattfinden darf.“

In ihrem Auftritt kritisiert Fitz die Corona-Maßnahmen der Politik. Die Impfpflicht sei „der feuchte Traum der Pharma“. Ein paar Monate später sei der „doppelte Schutz futsch“, jetzt werde „geboostert und gerustert und geschustert“ und bald komme die „Zombie-Mutante“, so Fitz. „Hauptsache, die Panik bleibt frisch.“ Dafür erhielt die Kabarettistin noch Applaus. Ruhiger wurde es im Saal, als Fitz konkreter auf die Impfstoffe einging. Die Kabarettistin behauptet, dass die Impfung für „5000 Menschen tödlich verlaufen“ sei, davon „4200 bei Pfizer“.

Dafür gab es mit einiger Verspätung viel Kritik in den sozialen Medien. „Gehört Schwurbeln jetzt zum Programmauftrag?“, fragt der Journalist Matthias Meisner, „Hirnschiss ist keine Meinung“, findet TV-Mann Jörg Kachelmann.

SWR nimmt Sendung aus dem Programm

Und auch der SWR hat sich mittlerweile von dem Auftritt Fitz’ distanziert. „Die Kritik an dieser Ausgabe der ‚Spätschicht‘ trifft uns zu Recht“, sagt SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler. „Bei der Konzeption der fraglichen Ausgabe war es das Anliegen der Redaktion, unterschiedlichen und kritischen Meinungen auch zum sensiblen Thema Impfen Raum zu geben, was unter anderem durch die sehr klare Moderation von Florian Schroeder eingeordnet wurde. Die Meinungsäußerungsfreiheit gilt jedoch nicht unbegrenzt, sondern endet auch in einer Comedy- oder Satiresendung bei falschen Tatsachenbehauptungen. Die Aussage von Lisa Fitz zur Anzahl der Impftoten ist nachweislich falsch. Daher werden wir diese Ausgabe der ‚Spätschicht‘ in der ARD Mediathek und auf allen SWR-Plattformen und -Kanälen depublizieren.“

Damit grenze sich der SWR von seiner vorherigen Stellungnahme ab, in der die Äußerungen von Lisa Fitz kritisch eingeordnet, aber noch von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt gesehen wurden. „Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut. Dennoch war die erste Reaktion falsch, weil es hier eben nicht um eine Meinungsäußerung geht. Die dadurch ausgelöste Diskussion trifft uns im SWR, aber wir möchten allen Kritikerinnen und Kritikern ausdrücklich danken. Die Debatte schärft unseren Blick auf die journalistischen Standards und die Wirkung unserer Angebote“, so Bratzler.

Logo