Was Mainz mit der Mondlandung zu tun hat

Am 21. Juli (deutscher Zeit) 1969 betrat der US-Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Zwischen 500 und 600 Millionen Menschen verfolgten das Ereignis weltweit im Fernsehen. Doch ohne eine Mainzer Firma wäre das wohl unmöglich gewesen.

Was Mainz mit der Mondlandung zu tun hat

Die Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969: Der amerikanische Astronaut Neil Armstrong sendet via Funk den Satz „Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ an die Erde. Kurz zuvor hat er als erster Mensch den Mond betreten. Während mehrere hundert Millionen Menschen das Spektakel auf der gesamten Erde im Fernsehen verfolgen und sich über Armstrongs geglückte Landung freuen, ist der Jubel in Mainz vielleicht ein kleines bisschen größer. Denn daran, dass es überhaupt Videos und Fotos von der ersten Mondlandung gibt, hat eine Mainzer Firma einen großen Anteil.

Der Technologiekonzern Schott half nämlich dabei, dass der vielleicht spektakulärste Moment der bemannten Raumfahrt im Sommer 1969 in Bildern festgehalten werden konnte. Bei Armstrongs Mondmission Apollo 11 waren Foto- und Filmkameras mit an Bord der Mondlandefähre Eagle (zu Deutsch „Adler“). Bestückt waren die Objektive der Kameras mit optischen Gläsern von Schott - hergestellt im Mainzer Hauptwerk.

Schott-Bilder gingen um die Welt

„Mit der Landung auf dem Mond ging ein Menschheitstraum in Erfüllung. Wir sind bei Schott sehr stolz, dass wir mit unseren hochwertigen optischen Gläsern zum Erfolg dieser beeindruckenden Mission beitragen konnten“, sagt Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender des Vorstandes der Schott AG 50 Jahre nach der ersten Mondlandung. Armstrongs Erstkontakt mit der Mondoberfläche wurde noch mit einem komplizierten Seilzug-Kamera-System festgehalten. Rund 20 Minuten später hielt Armstrong dann die Schottglas-Kamera in seinen Händen, als er den Ausstieg des zweiten Menschen auf dem Mond filmte - Edwin „Buzz“ Aldrin. In ihren rund zwei Stunden auf dem Mond dokumentierten Armstrong und Aldrin ihren Aufenthalt. Von der Befestigung der US-Flagge bis hin zum Sammeln des Mondgesteins, alles wurde von den Astronauten gefilmt oder fotografiert.

Würde man heute im „Meer der Ruhe“, dem damaligen Landegebiet, spazieren gehen, könnte man dort wahrscheinlich die eingesetzten Film- und Fotokameras mit den Gläsern von Schott entdecken. Denn Armstrong und Aldrin nahmen nur die Filmmagazine mit. Die Kameras und andere Geräte ließen sie auf dem Mond zurück, um Platz für das gesammelte Mondgestein in der Mondfähre zu schaffen. Zu den Überbleibseln auf dem Mond gehört übrigens auch ein Laserreflektor, in dem ebenfalls Spezialgläser von Schott verbaut sind.

Die Vermessung der Welt

Herzstück des Reflektors, der laut Schott heute immer noch funktioniert, sind 100 kleine Spezialprismen aus hochreinem Quarzglas. Hergestellt wurden diese im damaligen Joint-Venture-Unternehmen „Heraeus-Schott Quarzschmelze“ in Hanau. Mit Hilfe dieses Laserreflektors konnten Wissenschaftler die Entfernung des Mondes zur Erde sowie die Durchmesser von Erde und Mond mit einer Genauigkeit von plus-minus 1,80 Metern bestimmen. Außerdem ermöglichte der Laserreflektor neue Forschungen zur Verschiebung der Kontinente auf der Erde. (rk)

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