Mainzer Arbeitsmarkt: Kurzarbeit steigt massiv an

Betroffen sind vor allem das Gastgewerbe, der Handel und Reisebüros

Mainzer Arbeitsmarkt: Kurzarbeit steigt massiv an

Die Arbeitsagentur rechnet im nächsten Jahr mit sinkender Arbeitslosigkeit, gleichzeitig jedoch sind die Anzeigen auf Kurzarbeit bereits jetzt „extrem gestiegen“, teilte die Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz, mit.

Auch in Mainz seien seit Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel Anfang Dezember die Anzeigen zur Kurzarbeit wieder stark angestiegen. „Mit über 450 Anzeigen allein in der ersten Monatshälfte haben sie sich im Vergleich zu den Vormonaten nahezu verzehnfacht“, so Sabine Asmis, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Mainz, auf Merkurist-Anfrage.

Einschränkungen wirken wie Lockdown

Besonders betroffen davon seien auch in Mainz die Gastronomie, die Hotellerie und der Event- und Veranstaltungsbereich. „Die Einschränkungen 2G und 2G-plus wirken hier im Prinzip schon wie ein Lockdown“, so Asmis. Lokale, Konzert-, Kino- und Theatersäle blieben leer, Buchungen würden storniert. Auch in Bereichen der körpernahe Dienstleistungen, wie Kosmetiker und Friseure, sowie bei Bekleidungs- und Schuhgeschäften, seien die Auswirkungen der Regelungen erkennbar: „Der Kauf von Kleidern oder Schuhen haben bei Homeoffice-Arbeitsmöglichkeiten an Bedeutung und Dringlichkeit verloren, auch der Friseurbesuch wird aufgeschoben.“

Der Handel, die Arbeitnehmerüberlassung, das Eventmanagement und das Gastgewerbe sowie Reisebüros seien auch die Branchen, in denen die Arbeitslosigkeit „krisenbedingt“ gestiegen sei. Erstmals stark angestiegen waren die Arbeitslosenzahlen im April infolge des ersten Lockdowns. „Die Krise hatte den Arbeitsmarkt auch in den Folgemonaten fest im Griff, auch wenn durch den massiven Einsatz der Kurzarbeit ein noch erheblich größerer Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert werden konnte“, sagt Asmis. Allmählich erholt habe sich der Arbeitsmarkt erst ab September. Doch noch Ende des Jahres 2020 lag die Arbeitslosigkeit in Mainz immer noch 25 Prozent über den Vorjahreswerten.

Erst im November 2021 lagen die Arbeitslosenzahlen wieder nahezu auf dem Niveau der Jahre vor 2020. Hingegen gebe es auch Branchen, die in der Krise gut dagestanden und sogar Personal gesucht haben, darunter Supermärkte und Pflege, Speditionen, Lieferdienste und Labore.

Ausbildungsmarkt steht gut da

Wo es kaum Rückgang gab, war auf dem Ausbildungsmarkt: „Trotz weitgehend fehlender Praktikumsmöglichkeiten und ausgefallener Berufsberatungsmessen gab es in 2021 keinen Corona- Jahrgang auf dem rheinhessischen Ausbildungsmarkt“, erklärt Asmis. „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe blieb weiterhin hoch.“ So waren im November in Mainz 460 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 212 weniger als ein Jahr zuvor, im November 2019 waren es 534.

Wie sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter entwickeln werde, hänge vor allem von dem Pandemiegeschehen und den daraus folgenden Einschränkungen sowie Lieferengpässen ab. Zwar sei zumindest auf dem Ausbildungsmarkt bislang keine ungünstige Entwicklung zu beobachten, doch auch hier bleibe die Lage in den kommenden Monaten abzuwarten.

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