Polizei zieht Unfallbilanz für Mainz

Polizei gibt Zahlen bekannt

Polizei zieht Unfallbilanz für Mainz

Weniger Unfälle insgesamt, dafür mehr mit Radfahrern - neben anderen Erkenntnissen sind das die Ergebnisse der „Unfallbilanz Stadtgebiet Mainz“ aus dem Jahr 2020. Die Polizei stellte die Zahlen am heutigen Donnerstag vor.

Demnach sind im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent weniger Unfälle auf den Mainzer Straßen passiert als noch im Vorjahr. Insgesamt waren es 5733. „Dieser positive Trend ist vor allem auf Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mit einem geringeren Verkehrsaufkommen und damit einhergehend einem geringeren Unfallrisiko zurückzuführen“, so die Polizei. „Vergleichbarkeiten zu vorangegangen Jahren sind dadurch jedoch erschwert.“

Weniger Schwerverletzte und Tote

Es habe sowohl weniger Unfälle mit Schwer- als auch mit Leichtverletzten gegeben. Bei 85 Unfällen wurden die Beteiligten 2020 schwer verletzt, das sind über 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Während 2019 noch drei Unfälle ein tödliches Ende nahmen, war es 2020 einer. Ein 91-Jähriger war im März in einem Bus gestürzt als dieser bremste und erlag später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Am häufigsten passierten Unfälle durch einen ungenügenden Sicherheitsabstand und Fehler beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren. Daran hat sich seit 2019 nichts geändert.

Mehr Unfälle mit Radfahrern

Entgegen des allgemeinen Trends ist der Anteil an Unfällen, bei denen Radfahrer beteiligt waren, von 279 auf 301 Fälle gestiegen. Das entspreche aber den Schwankungen der vergangenen Jahre, so die Polizei. „Subjektiv war die Corona-Pandemie ein Beschleuniger für das Verkehrsmittel Fahrrad. Der Radverkehrsanteil lag im Jahr 2020 im Stadtgebiet Mainz bei 27 Prozent und hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.“ Unfallschwerpunkte seien dabei nicht zu erkennen.

Bei insgesamt 154 Unfällen waren die Radfahrer die Hauptunfallursache - die Dunkelziffer sei aber wahrscheinlich hoch. Davon waren 50 Alleinunfälle ohne Einwirkung anderer Verkehrsteilnehmer. In fünf Fällen waren die Unfallverursacher betrunken. Bei zehn Unfällen gerieten die Radfahrer in Straßenbahnschienen - die Hälfte davon in der Gaustraße.

Bei den restlichen 147 Unfällen waren andere Verkehrsteilnehmer die Ursache. Bei vielen Unfällen mit Radfahrern seien mehrere Beteiligte oder Ursachen der Grund gewesen. Ein gutes Beispiel dafür sei das folgende: „Der Radfahrende fährt einen Radweg entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung und wird von einem Kraftfahrzeug beim fehlerhaften Abbiegen erfasst“, so die Polizei.

Unfälle mit Fußgängern und E-Scooter-Fahrern

Während 2019 noch 127 Fußgänger in Unfälle verwickelt waren, waren es 2020 nur noch 84. Bei 28 Fällen davon waren die Fußgänger selbst schuld, in 56 Fällen traf andere die Hauptschuld. 20 Unfälle passierten, weil die Personen einfach so über die Straße liefen - in drei Fällen gingen sie bei rot. Fünf mal beschädigten die Fußgänger ein Auto, beispielsweise beim Vorbeigehen mit einem Einkaufswagen oder beim Beladen eines Fahrzeugs mit einem Gegenstand.

Auch E-Scooter-Fahrer sorgten 2020 für Unfälle im Stadtgebiet - bei 15 von insgesamt 20 Fällen trugen sie selbst die Schuld. Bei den restlichen fünf Unfällen lag die Hauptunfallursache bei anderen Verkehrsteilnehmern. Bei vier Fällen war der E-Scooter-Fahrer betrunken. Ingesamt fünf Unfälle waren Alleinunfälle - die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen.

Die ausführliche Unfallbilanz für das Stadtgebiet Mainz findet ihr auf der Webseite der Polizeidirektion Mainz.

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