Als „Green Day“ im Haus Mainusch spielten

Heute spielen sie vor tausenden Fans - doch 1991 verirrten sich lediglich rund 30 Zuschauer zum Konzert der US-Punk-Band „Green Day“ nach Mainz. Doch warum spielten sie ausgerechnet hier?

Als „Green Day“ im Haus Mainusch spielten

Es war der 5. Dezember 1991. Rund 30 Zuschauer hatten sich im Haus Mainusch versammelt, um ein Konzert zu hören. Dass aus den Musikern, die hier auftraten, einmal echte Weltstars werden sollten, ahnte wohl niemand. Es handelte sich um „Green Day“, die drei Jahre nach diesem Auftritt ihren großen Durchbruch mit ihrem Album „Dookie“ feierten. Den meisten dürfte das Trio durch den Hit „American Idiot“ oder den Song „Basket Case“ bekannt sein.

Der Mainzer Linken-Politiker und Rechtsanwalt Martin Malcherek erinnert sich noch gut an das Konzert, an dessen Organisation er als Student beteiligt war. „Die Band war auf Europa-Tour und hatte einen Tag Pause. Der damalige Tourmanager kam aus Nieder-Olm. Ich kannte ihn ganz gut und er fragte uns, ob wir hier in der Gegend eine Location kennen, in der die Jungs spielen können.“

Die Anfrage kam zu Beginn der Woche, das Konzert sollte am Donnerstag stattfinden. Wenig Zeit, um den Auftritt zu organisieren, doch Malcherek war Feuer und Flamme. „Wir mussten dann im Plenum rechtfertigen, warum die Band im Haus Mainusch spielen sollte. Damals stand immer die Frage im Raum, ob die Musik zum ideellen Konzept des Hauses passt. Da musste man schon mal bei der Begründung einen Spagat hinlegen“, erzählt er und lacht. Die Organisatoren bekamen den Zuschlag, das Konzert konnte stattfinden.

Doch wie sollten die Zuschauer vom Konzert erfahren? Flyer habe man keine gedruckt, dazu habe die Zeit gefehlt. „Die Zuschauer habe ich dann mittels Telefonkette vom orangefarbenen Wählscheibentelefon meiner Eltern mobilisiert“, erinnert sich Malcherek. Am Schluss seien 20 bis 30 Leute ins Haus Mainusch gekommen.

Lustige Anekdote

Auch fast 30 Jahre später ist Malcherek noch immer beeindruckt von dem Auftritt und berichtet begeistert davon. „Die drei hatten richtig Bock und wollten es echt wissen. Alles verkauft und voll auf die Karte Punkmusik gesetzt.“ Im Haus Mainusch habe die Band dann ein Set ihrer ersten Songs gespielt. Ob darunter auch schon Songs vom Debütalbum „Dookie“ waren, kann Malcherek allerdings nicht mehr sagen. Auch Fotos oder Videos von dem Auftritt sind nicht auffindbar.

Der 46-Jährige erinnert sich aber noch an die Zeit vor dem Auftritt. Denn da hatten er und andere Studenten Gelegenheit, Zeit mit den Musikern zu verbringen. „Die Band war sehr nett und aufgeschlossen. Wir haben mit ihnen Tisch-Kicker gespielt und viel Spaß gehabt. Sie waren auch sehr intelligent und politisch interessiert. Da hat man schnell Gesprächsthemen gefunden.“

Von dem Tag ist aber auch noch eine weitere lustige Anekdote geblieben, denn es war ein besonderer Gedenktag. Malcherek erinnert sich: „Halb im Scherz habe ich damals 20 Mark von meiner Oma in Kuchen zu Mozarts 200. Todestag investiert. Den habe ich der Band serviert. Der Sänger Billy Joe hatte kurioserweise ein T-Shirt vom Mozarteum in Salzburg an. Über den Kuchen haben sie sich sehr gefreut und es wurde noch schwer über Mozart gefachsimpelt.“

Das Konzert im Haus Mainusch im Jahr 1991 sollte nicht der einzige Auftritt der Band in Mainz sein. Im Sommer 2010 spielten „Green Day“ ein Konzert im Messepark. (pk)

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