Die Mainzer Neubrunnenstraße soll umgestaltet werden, um sie an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Geplant ist, im Abschnitt zwischen der Kaiserstraße und der Hinteren Bleiche versiegelte Flächen aufzubrechen und durch Grünflächen zu ersetzen. Das geht aus einem Beschlussvorschlag des Ausschusses für Umwelt, Grün und Energie hervor.
Die Maßnahme soll demnach helfen, die Innenstadt gegen Hitzeperioden und Starkregenereignisse zu wappnen. Insgesamt sollen rund 160 Quadratmeter neue Pflanzflächen entstehen, auf denen Bäume, Gehölze und Stauden wachsen. Ergänzend sind zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten und kleine Sitzgelegenheiten vorgesehen. Ziel ist es, die bisher stark versiegelten Straße ökologisch aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern, heißt es in der Beschlussvorlage.
Anwohner und Gewerbe an Planung beteiligt
Für die neuen Grünflächen müssten einige der bisherigen Längsparkplätze weichen. Nach der Umgestaltung sollen in dem Abschnitt noch fünf Parkplätze, ein Behindertenstellplatz, zwei Parkplätze mit E-Ladestelle sowie zwei Ladebereiche zur Verfügung stehen. Zufahrten und Rettungswege bleiben erhalten.
Im Vorfeld der Planung wurden Anwohner und Gewerbetreibende beteiligt. Eine Online-Umfrage unter Anwohnern zeigte ein „deutliches Interesse an mehr Grün, Sitzgelegenheiten und Fahrradständern“. Gespräche mit Gewerbetreibenden ergaben ein gemischtes Bild: Während einige die Aufwertung der Straße begrüßten, wurde von anderen der Verlust von Stellplätzen kritisiert.
Die Gesamtkosten für die Umgestaltung belaufen sich auf rund 190.000 Euro. Ein Großteil davon werde durch Fördermittel des Bundes aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ gedeckt. Der städtische Eigenanteil wird voraussichtlich rund 60.000 Euro betragen. Da die Förderung zeitlich befristet ist, muss die Maßnahme nach einer möglichen Genehmigung durch den Stadtrat schon bald beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Die Beschlussvorlage des Ausschusses wird im nächsten Schritt dem Ausschuss für Mobilität vorgelegt, anschließend findet eine Anhörung im Ortsbeirat der Altstadt statt. Am 9. September soll der Stadtrat eine Entscheidung treffen.