Reaktionen auf den Anschlag in Hanau

Nach dem Anschlag in Hanau, bei dem insgesamt elf Menschen ums Leben kamen, haben auch Politiker aus Mainz und Rheinland-Pfalz bestürzt reagiert. Besonders die Mahnwache am Mainzer Hauptbahnhof sorgte für viele Reaktionen.

Reaktionen auf den Anschlag in Hanau

Mit Bestürzung haben auch in Mainz Politiker auf den Anschlag in Hanau reagiert. In der Nacht zu Donnerstag erschoss ein Mann neun Personen, der mutmaßliche Täter brachte wohl danach seine Mutter und sich selbst um (wir berichteten).

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich geschockt. „Es ist ein Anschlag auf uns alle! Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Freunden und Familien.“ Hass und Hetze bereiten den Weg für Rassismus und rechten Terror. „Wir werden nicht nachlassen, für das friedliche Miteinander in unserem Land einzustehen.“ CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner sagte: „Es fehlen bei solchen Taten, die tiefes Leid und Trauer bringen, die betroffenen Familien ein Leben lang nicht mehr los lassen, die richtigen Worte. Hasstaten können uns nicht ruhig sein lassen.“

„Die Morde in Hanau sind erschütternd. Ich trauere um die Toten, die brutal aus dem Leben gerissen wurden“, sagte der Mainzer SPD-Vorsitzende Johannes Klomann. „Meine Solidarität gilt den Menschen in Hanau und allen Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden.“ Der Beirat für Migration und Integration der Stadt Mainz zeigte sich ebenfalls bestürzt: „Bei dem terroristischen Akt handelt es sich um einen gezielten Angriff auf die Vielfältigkeit der Gesellschaft und zentrale freiheitliche Grundwerte. Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus müssen von Politik und Gesellschaft auf allen Ebenen ernst genommen und mit aller Härte bekämpft werden“, so Peimaneh Nemazi-Lofink, Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration.

Mahnwache vor dem Hauptbahnhof

Am Donnerstagabend fand zudem eine Mahnwache vor dem Mainzer Hauptbahnhof statt, an der rund 200 Menschen teilnahmen. Als „stabiles Zeichen“ lobte Erik Donner, Vorsitzender der Neustadt-SPD, die Aktion. Und auch Andrea Bähner, Sprecherin der Landesregierung, twitterte: „Mein Mainz, Solidarität mit den Opfern von Hanau, jetzt aufstehen später schunkeln.“

Doch der Opfer des Anschlags wurde nicht nur still gedacht. Wie Umwelt- und Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) auf Facebook schrieb, fielen „rassistische Sprüche“. „Das mag alkoholbedingt an Altweiber verstärkt sein, aber Alkohol spricht die Wahrheit. Ich bin nicht nur von der Tat an sich erschüttert, sondern auch von den rassistischen und rechten Sprüchen, die vorbeigehende Passanten von sich geben. Schlimm, wie sich das verschoben und wieder eingespielt hat.“ Und auch ein Twitter-User machte auf dem Rückweg von der Mahnwache eine Beobachtung: „Die Meenzer Fassenacht ist so ausgelassen und rotzbesoffen wie eh und je, so als ob sie rechter Terror nach wie vor nichts angeht...“ (mm)

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