Party am Schillerplatz sorgt für Kritik

Während mehr als 7000 Narren am Donnerstag fröhlich den 11.11. in Mainz feierten, verkündete das Robert-Koch-Institut für Deutschland Rekord-Coronainfektionszahlen. Das sorgte zum Teil für Unverständnis in sozialen Medien.

Party am Schillerplatz sorgt für Kritik

2020 fiel die traditionelle Fastnachtsparty am 11.11. am Mainzer Schillerplatz wegen der Corona-Krise aus. Ein Jahr später wurde am 11.11. jedoch ausgelassen gefeiert. 7500 Narren durften vor einer Bühne den ganzen Tag lang ohne Abstandsgebot oder Maskenpflicht feiern und schunkeln – wenn sie geimpft oder genesen waren und ein Ticket für die Feier gekauft hatten.

Doch das sorgt für Kritik, denn am Donnerstag vermeldete das Robert-Koch-Institut mit insgesamt 50.196 Corona-Neuinfektionen einen Höchstwert seit Beginn der Pandemie. In sozialen Medien meldeten sich viele Nutzer zu Wort und zeigten sich zum Teil überrascht von den ausgelassenen Bildern, trotz Rekordinfektionszahlen. So kommentierte ein User beispielsweise unter einem Merkurist-Post auf Facebook: „Ich denke, solche Großveranstaltungen müssen jetzt bei diesen hohen Zahlen nicht sein. Ob geimpft oder nicht.“ Andere User befürchten, dass wegen der hohen Infektionszahlen der nächste Lockdown drohen könnte.

Ähnliche Situation in Fußballstadien

Weitere Kommentatoren merken an, dass die Lage in Fußballstadien schon seit Wochen nicht anders sei. Viele Bundesligisten dürfen inzwischen wieder zehntausende Fans in ihre Stadien lassen. Auf den Stehtribünen des FSV Mainz 05 dürfen Fans mit Impf- oder Genesenennachweis auch dicht auf dicht ohne Maske stehen. Auch der Mainzer Weihnachtsmarkt soll Ende November weitestgehend ohne Corona-Regeln stattfinden können (wir berichteten). Besucher müssen sich dann nicht mal mehr testen lassen vor dem Weihnachtsmarktbesuch.

Doch auch andere Stimmen finden sich derzeit in den sozialen Medien. So schreibt eine Userin unter einem Merkurist-Post zur Party am Schillerplatz: „Ich finde es super, dass man endlich mal wieder feiern darf. Wem es zu gefährlich ist, der soll daheim bleiben.“

MCV-Präsident Professor Reinhard Urban (selbst Mediziner) hatte Lockerungen der Landesregierung für Veranstaltungen im Freien in der vergangenen Woche kritisiert (wir berichteten). Denn theoretisch hätte die Feier zum 11.11. in Mainz ohne abgesperrten Bereich, 3G-Regel und Maskenpflicht abgehalten werden dürfen. Urban und der MCV entschieden sich jedoch dagegen. Gegenüber Merkurist erklärte er Anfang November: „Ich finde es nicht verantwortungsvoll, was die Landesregierung da entschieden hat.“ Während immer mehr Menschen wegen Coronainfektionen in Krankenhäusern aufgenommen werden müssen, wolle er nicht die Verantwortung für etwaige Infektionsrisiken während des 11.11. auf dem Schillerplatz tragen, so der MCV-Präsident. Nun gibt es trotzdem Kritik an der Veranstaltung.

Logo