Mainz soll grüner werden: Seit Jahren wird in der Stadt über Entsiegelung, neue Bäume und Grünflächen gesprochen. Passiert ist seitdem allerdings wenig. Sogar Bauprojekte der letzten zehn Jahre wie der Uni-Vorplatz, der Zollhafen oder der Leiza-Vorplatz sehen nach dem Umbau besonders grau aus.
Zwar wurden zuletzt kleinere Entsiegelungsprojekte vorgestellt (wir berichteten), doch insgeheim hat die Stadt Mainz nach Merkurist-Informationen das Ziel aufgegeben, Mainz grüner zu machen. Oder besser gesagt: Auf diese Art und Weise grüner zu machen.
EU-Förderung in dreistelliger Millionenhöhe
Denn schon in wenigen Tagen startet die Stadt ein ganz neues Begrünungsprogramm in der Mainzer Innenstadt. Nicht graue Flächen sollen entsiegelt, sondern Tausende Häuser grün gestrichen werden. Hintergrund ist ein EU-Förderprogramm, das Anfang des Jahres verabschiedet wurde: Weist eine Innenstadt 35 Prozent Grün-Anteil auf, erhält sie Förderung in dreistelliger Millionenhöhe.
Unter anderem sollen bis Ende des Jahres die Häuser am Mainzer Markt, große Teile der Neustadt und das Staatstheater grün gestrichen werden. Auch der Leichhof soll begrünt werden, unklar ist noch, ob auch der Dom in das Programm mit einbezogen wird. Laut Stadt wird hier noch mit dem Bistum Mainz verhandelt. Für beide Varianten wurde bereits eine Visualisierung erstellt:
Neubauten sollen generell nur noch in Grün zugelassen werden. Das habe nicht nur finanzielle Vorteile, die Farbe Grün habe laut Studien auch eine beruhigende Wirkung. Auch Polizisten sollen in Mainz künftig wieder grüne Uniformen tragen, Mainz 05 ab nächster Saison ebenfalls in Grün spielen. Außerdem könnte eine der vier Fastnachtsfarben durch Grün ersetzt werden.
Das Umstreichen kostet die Stadt bis Ende des Jahres rund zehn Millionen Euro – angesichts der möglichen EU-Förderung eine Lappalie.