Die „CAPRIolen“ sind seit Regionalligazeiten offizieller Fanclub des Frauenteams des 1. FSV Mainz 05. Leon Sparenberg hat ihn zusammen mit vier weiteren Mitgliedern als Teil der aktiven Fanszene gegründet. Nun konnten die Unterstützer der 05-Frauen in den vergangenen zwei Saisons zwei Aufstiege bejubeln.
Doch der Sprung von der zweiten in die erste Bundesliga ist groß. Gegen etablierte Teams mit internationalen Top-Spielerinnen und langjähriger Arbeit im Frauenfußball wie dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg ist das Team um Trainer Takashi Yamashita der klare Außenseiter. „Wir werden es schwer haben in der Bundesliga“, vermutet Sparenberg im Gespräch mit Merkurist. Aber der Aufstieg bringe auch viele Chancen mit sich. Sparenberg hofft, dass das Team in Mainz nun präsenter wird.
Mehr Sichtbarkeit für den Frauenfußball
Bereits nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga sei ein deutlicher Anstieg des öffentlichen Interesses an den 05erinnen spürbar gewesen, erinnert sich Sparenberg. Seit dem Umzug der Frauen ins Bruchwegstadion in der Saison 24/25, an deren Ende der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang, sei der Zuschauerstrom deutlich gewachsen.
Außerdem sind in der abgelaufenen Saison alle Spiele auf der kostenlosen Streamingplattform „LEAGUES“ im Livestream verfügbar gewesen. Einzelne Spiele wie das Rekordspiel gegen den VfB Stuttgart und Doppelspieltage mit den Männern, beispielsweise gegen den VfL Ingolstadt, wurden zudem vom Verein stark beworben.
„Aber da geht noch mehr“, findet Sparenberg. Zur neuen Saison hofft das aktive Fannetzwerk, die sogenannten Mainz 05 Frauen Supporter, dass das Team noch sichtbarer wird. „Wir wünschen uns, dass die Spieltage als unabhängiges, positives Ereignis beworben werden und nicht nur, wenn gerade auch die Männer spielen“, so Sparenberg. „Vom Verein erhoffen wir uns, dass professionelle Strukturen langfristig gefestigt werden können und eine ernsthafte Weiterentwicklung der Frauenabteilung angestrebt wird“, sagt er weiter.
Mit dem Bundesligaaufstieg wird dem Team auch neue mediale Aufmerksamkeit zukommen: alle Spiele der Frauen-Bundesliga werden auf Magenta Sport und DAZN übertragen.
Rekordsaison für Frauen-Bundesliga
Die Frauen-Bundesliga verbuchte in der abgelaufenen Saison einen neuen Zuschauerrekord: Laut DFB kamen in der ersten Saison seit der Aufstockung von 12 auf 14 Teams 653.750 Zuschauer ins Stadion. Mit einem Schnitt von 3592 Zuschauern pro Spiel übersteigt der Schnitt klar das Vorjahr (durchschnittlich 2875 Zuschauer pro Spiel), in dem nur zwölf Teams in der Bundesliga vertreten waren.
Gegenüber dem DFB nannte Sabine Mammitzsch, bis 2025 DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, die Aufstockung „einen Meilenstein in der Entwicklung“ des Frauenfußballs. „Ein breiterer Wettbewerb und mehr Sichtbarkeit für alle Teams werden den Fokus weiter auf die Liga richten“, so Mammitzsch.
In der neuen Saison sollen nun auch die Mainz-05-Frauen von der wachsenden Popularität der Frauen-Bundesliga profitieren.