Das Kinderpalliativ-Team in Mainz wird zum 1. Juli dieses Jahres in eine eigenständige Firma ausgegliedert. Mit diesem Schritt will das Mainzer Hospiz die Versorgung schwerstkranker Kinder und ihrer Familien langfristig sichern, wie es in einer Mitteilung heißt. Die neue Firma trägt den Namen „SAPV für Kinder und Jugendliche Mainz gGmbH“.
Die neue Struktur soll den besonderen Anforderungen der Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche gerecht werden. Eine Begleitung sei aufgrund komplexer Krankheitsbilder, langer Verläufe und der engen Einbindung der Familien besonders anspruchsvoll. Die Eigenständigkeit schaffe nun die Voraussetzungen, um die spezialisierte Versorgung gezielt weiterzuentwickeln.
Für die betroffenen Familien soll die Versorgung ohne Unterbrechung weitergehen. Das vertraute Team, einschließlich der medizinischen Leitung, wird seine Arbeit in der neuen Gesellschaft fortführen.
„Der richtige Zeitpunkt für größere Selbstbestimmtheit“
„Unser oberstes Ziel ist es, Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihren Familien dauerhaft verlässliche Unterstützung und Erleichterung im täglichen Leben zu bieten“, erklärt Kerstin Thurn, Vorsitzende der Mainzer Hospizgesellschaft. „Das Kinderpalliativ-Team konnte sich seit seiner Gründung im Jahr 2021 im Verbund des Mainzer Hospiz zu heutiger Stärke entwickeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für größere Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit gekommen.“
Auch die medizinische Leitung begrüßt den Schritt. „Die eigenständige Struktur ermöglicht es uns, noch gezielter auf die komplexen Bedürfnisse unserer kleinen und großen Patientinnen und Patienten sowie deren Familien einzugehen“, betont Dr. med. Carola Weber, medizinische Leiterin des Kinderpalliativ-Teams Mainz. „Kontinuität, Vertrauen und Verlässlichkeit sind in der Betreuung entscheidend – genau das stärken wir mit dieser Neuausrichtung.“
Hospizdienst bleibt beim Mainzer Hospiz
Die Muttergesellschaft, die „Zentrum für ambulante Hospiz- und Palliativversorgung Mainz/Rheinhessen gGmbH“, sorgt laut Geschäftsführer Uwe Vilz für die nötige Starthilfe. „Wir ermöglichen der neuen gGmbH einen reibungslosen Start und stellen die notwendigen Ausrüstungen sowie finanziellen Ressourcen bereit“, so Vilz.
Von der Ausgliederung nicht betroffen ist der Kinderhospizdienst, der beim Mainzer Hospiz verbleibt. Während das Palliativteam die jungen Patienten medizinisch und pflegerisch zu Hause versorgt, ist der Hospizdienst psychosozial tätig. Dabei besuchen Ehrenamtliche die Familien, um sie im Alltag zu entlasten.